Random & Fun Bier wird wegen Corona-Lockdown schlecht: So innovativ reagieren Brauereien aus vier Ländern

Bier wird wegen Corona-Lockdown schlecht: So innovativ reagieren Brauereien aus vier Ländern

Die Corona-bedingten Schließungen vieler Bars und Restaurants haben dazu geführt, dass viele Brauereien auf ihrem produzierten Bier sitzen bleiben. Das Problem: Frisches Bier ist nur begrenzt haltbar, je nach Sorte verliert es bereits nach Wochen und wenigen Monaten an Geschmack und wird alt, ohne „Alt“ zu werden. Zudem sind natürlich auch die Lagerkapazitäten von Brauereien begrenzt.

Was also tun, möchte man sein Bier nicht in den Gulli schütten? Folgende vier Beispiele von Brauereien aus der ganzen Welt zeigen kreative Lösungen für den alternativen Einsatz des Hopfengetränks.

Irland – Guinness für die Weihnachtsbäume

Manch einer würde Guinness-Bier auch im frischen Zustand am liebsten wegschütten, schmeckt das schwarze Gebräu doch recht eigen. Doch in Irland ist Guinness Nationalgetränk und die Brauerein leiden unter dem Lockdown: Hunderttausende Fässer sind zurückgegeben worden. “It’s been a tough time in the brewery“, so Guinness-Brauereivertreter Aidan Crowe im Juni. Was also tun mit den „Leftovers“? Guinness entschied sich dazu, mit dem zurückgegebenen Bier Weideflächen und Weihnachtsbaumplantagen zu wässern – es wird sich zeigen, ob die Bäume dann dieses Jahr ein bisschen schiefer wachsen als sonst.

Schweiz – Pizza aus Bierresten

Durch Corona kreativ geworden ist auch die Appenzeller Brauerei Locher: Ihr zurückgegebenes Bier wurde zunächst für die Produktion von Desinfektionsmittel eingesetzt. Anfang Juli launchte die Brauerei dann ein neues Produkt, das auch in Zukunft aus Bierresten etwas Sinnvolles machen möchte: Pizza! Die „Appenzeller Biezza“ ist eine Fertigpizza von Locher, in der unter anderem Bierhefe, Malzreste und unvergorenes Bier zum Einsatz kommen. So entsteht eine leckere Pizza und die Lebensmittelabfälle der Brauerei werden reduziert – wenn das nicht win win ist!

Gegen Foodwaste – die Brauerei Locher verarbeitet Reste aus dem Brauprozess zu neuen Produkten.

Gepostet von Handelszeitung am Mittwoch, 15. Juli 2020

Australien – aus Bier mach Strom

Auch Down Under hieß es im März Corona-bedingt: „Letzte Runde“! Ein Klärwerk in Adelaide, Australien, setzte das ablaufende Bier mit Hilfe von Klärschlamm ein, um daraus Biogas und anschließend Strom zu produzieren. 150.000 Liter Bier pro Woche wurden verstromt – mit großem Erfolg! Denn der so gewonnene Strom versorgt nicht nur das gesamte Kraftwerk selbst, sondern darüber hinaus noch 1.200 weitere Haushalte mit Energie, viel mehr als sonst.

Deutschland – erst einmal Schadensbegrenzung

Auch in Deutschland sind Brauereien kreativ geworden und versuchen Schadensbegrenzung zu betreiben, wie etwa die Wiernsheimer Adler-Brauerei, die ihr bereits produziertes Fassbier ebenfalls für die Produktion von Biogas eingesetzt hat.

Obwohl es Lösungen gibt, so überschatten die Verluste der Brauereien durch den Corona-Lockdown doch die Alternativen. Einziger Hoffnungsschimmer: Vielleicht kann Corona auch langfristig dazu beitragen, dass Lebensmittelabfälle effizienter wiederverwertet werden, ganz im Sinne der Kreislaufwirtschaft.

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