Kleidung, die mitwächst? Forscher*innen arbeiten an Materialen mit reversiblem Formgedächtnis

Shirts und Hosen, die mitwachsen, klingt wie der Traum vieler Eltern, die ihren Kindern jede Jahreszeit neue Kleidung kaufen müssen. Forscher*innen der Harvard John A. Paulson School of Engineering and Applied Sciences sind gerade dabei, genau diesen Traum wahr werden zu lassen.

Mit Hilfe des Faserproteins Keratin, das auch in unseren Haaren oder Nägeln zu finden ist, produzieren die Forscher*innen ein Material, das in beliebiger Form mit einem 3D-Drucker gedruckt werden kann und ein reversibles Formgedächtnis besitzt.

Das bedeutet: Das Material wird anfangs in eine bestimmte Form gebracht und kann dann mit Hilfe von Feuchtigkeit völlig neu geformt werden. Um die Ursprungsform wiederherzustellen, reicht es, das Material erneut nass zu machen.

Das Protein Keratin wird dafür beispielsweise aus recycelter Agora-Wolle gewonnen und trägt somit zu einer höheren Wiederverwertbarkeit der Wolle bei. Vor allem für die Modeindustrie, die mit ihren Abfällen einen großen Teil zur Umweltverschmutzung beiträgt, könnte das interessant sein.

Als Beispiel stellten die Forscher*innen einen Origami-Stern her, der dann im feuchten Zustand zu einer Rolle geformt wurde. Als die trockene Rolle wieder nass gemacht wurde, formte sich das Material zurück zu einem Origami-Stern.

Mit dem Material könnten beispielsweise Shirts für Kinder entworfen werden, die mitwachsen und so länger als eine Saison genutzt werden können. Außerdem könnten BHs in Universalgrößen verkauft werden, die sich immer an den Körper der Frau anpassen. Auch im Bereich der medizinischen Textilien soll das Material genutzt werden können.


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