Haie werden für Impfstoffe getötet, doch Grazer Forscher*innen entdecken Alternative

Wusstet ihr, dass die Leber eines Hais für die Herstellung von Kosmetikartikeln und Nahrungsergänzungsmitteln verwendet wird? Jährlich werden schätzungsweise drei Millionen Haie nur deshalb getötet. Auch zur Produktion von Impfstoffen wird die Haileber genutzt. Bei dem beliebten Stoff handelt es sich um das Lipid Squalen.

Squalen findet sich nicht nur in Haien, sondern auch in verschiedenen Pflanzen, wie Olivenbäumen, Amaranth oder Zuckerrohr. Das Problem: Sie produzieren deutlich weniger Squalen als die Hailebern. Außerdem ist die Gewinnung des Lipids aus pflanzlichen Quellen teurer als die aus tierischen. Deshalb soll auch für den Corona-Impfstoff das Squalen aus Hailebern gewonnen werden.

Rettung für die Meerestiere

Doch jetzt scheint es eine realistische Alternative zu geben: Forscher*innen aus Österreich haben in einer Studie das natürliche Lipid erstmals aus Backhefe erzeugen können. Für ihre Studie züchteten die Grazer Wissenschaftler*innen typische Backhefe in Bioreaktoren heran. Durch gentechnische Methoden konnten sie die Squalen-Produktion der Hefen steigern. Mit Erfolg: Die Forscher*innen haben so bereits mehrere Gramm des Lipids gewinnen können.

Über das Ergebnis freut sich vor allem die NGO Shark Allies. Mit einer Online-Petition plädiert sie schon länger dafür, Squalen nicht mehr aus Hailebern, sondern aus natürlichen Rohstoffen zu gewinnen. Nur für die Herstellung des Corona-Impfstoffs müssten hunderttausende Haie sterben.

Das Forscherteam aus Österreich hofft nun, dies zu verhindern. Die Wissenschaftler*innen vermuten, dass das Squalen aus der Backhefe auch bei der Produktion des potenziellen Corona-Impfstoffes helfen könnte.


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