Weil er Muslim ist: Straßenbaufirma lehnt Azubi mit empörendem Schreiben ab

Eine Absage zu bekommen, ist an sich nichts Dramatisches. Wird schon verständliche Gründe haben. Unerträglich wird es jedoch, wenn nicht etwa die Qualifikationen eine Rolle spielen, sondern welcher Religion man angehört.

Genau das ist einem jungen Mann in Brandenburg passiert, der sich bei einer Straßen- und Tiefbaufirma auf einen Ausbildungsplatz beworben hatte. Via Twitter verbreiteten sich die Screenshots der Absage. In dieser heißt es unmissverständlich, eine „Mitarbeit in unserem Unternehmen als praktizierender Moslem [ist] unerwünscht“.

Außerdem sei der Islam nicht mit der Verfassung der BRD zu vereinbaren und dem jungen Bewerber wurde gewünscht, „den Weg“ in seine „Heimat“ zu finden. Kein Wunder, dass diese Absage auf Twitter und auch Instagram für Entrüstung sorgte.

Auf Nachfrage des RBB bestätigte der Chef des Unternehmens aus dem Landkreis Spree-Neiße die Echtheit des Schreibens und legte sogar nochmal nach. Ein Muslim würde für „Unruhen“ im Unternehmen sorgen und sich auch sozial nicht mit den Kolleg*innen vertragen: „Wenn der Deutsche seine Leberwurst isst, setzt sich ein Moslem in einen anderen Raum. […] Da haben wir uns entschlossen sowas nicht einzustellen.“

Da der Chef ja so auf die deutsche Verfassung und auf freiheitliche Grundsätze pocht, wäre ein Blick in die Gesetzeslage sehr angebracht. Artikel 3 des Grundgesetzes besagt, dass niemand aufgrund seiner religiösen Anschauung benachteiligt werden darf. Laut des Allgemeinem Gleichbehandlungsgesetzes ist es sogar verboten, jemanden im Bewerbungsverfahren wegen seiner oder ihrer Religion zu benachteiligen.

Der junge Mann könnte jetzt also eine Anzeige stellen. Ob er das macht, bleibt abzuwarten. Wir hoffen einfach, dass er bald als Azubi in einem wesentlich fähigeren Straßen- und Tiefbauunternehmen anfangen kann und dort auf tolle Vorgesetzte und Kolleg*innen trifft.


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