Die neuen Corona-Spots der Bundesregierung sind überraschend … witzig

„Eine unsichtbare Gefahr bedrohte alles, an das wir glaubten“, erzählt Anton Lehmann im neuen Clip der Bundesregierung. Früher, also 2020, hing er an Wochenenden lieber auf der Couch und presste Fast Food in sich rein, als sich mit Freund*innen zu treffen. In einem weiteren Clip erzählt seine Frau Luise, wie sie zusammen „tapfer“ rumgammelten.

Sie taten alles, was nötig war, um die Corona-Pandemie zu bekämpfen. In dem Fall: zuhause bleiben.

Die Bundesregierung kann auch Humor und dann noch clever? Ja, dank Klaas Heufer-Umlauf und Joko Winterscheidt. Deren Produktionsfirma Florida Reklame hat die Clips produziert. Sie könnten auch problemlos als normale Einspieler in Klaas‘ Show „Late Night Berlin“ laufen und niemand würde einen Stilbruch beklagen.

Nicht jeder lacht mit – schon gar nicht auf Twitter

Der humorvolle Twist des alten „Opa erzählt vom Krieg“-Prinzips sorgt jedoch für Diskussionen auf Twitter. Man stört sich an dem Begriff der „Held*innen“ (Was ist mit den Ärzt*innen und Krankenpfleger*innen in den Krankenhäusern?), man stört sich am Zuhausebleiben (Was ist mit denen, die nicht im Homeoffice arbeiten können?) und man stört sich am Rumgammeln (Was ist mit denen, die unter Existenzangst leiden?).

Das sind alles berechtigte Fragen. Aber müssen sie von drei Clips beantwortet werden, die keine zwei Minuten lang sind?

Junge Leute sollen dazu animiert werden, ihre Kontakte zu reduzieren. (Warum ausgerechnet junge Menschen?) Dies sei das Ziel der Kampagne #besonderehelden, wie ein Sprecher des Bundespresseamts auf Nachfrage von W&V angibt.

Ob sich also diese Zielgruppe von den Clips angesprochen fühlt? Das Publikum von „Late Night Berlin“ sind vor allem die 14- bis 29-Jährigen. Gut möglich also, dass sie von #besonderehelden erreicht werden und das ist letztendlich ja die Hauptsache.

Auf das es irgendwann heißt: Stell dir vor, es ist Pandemie und niemand steckt sich an.


Business Punk Redaktion

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