Green & Sustainability Neues System zählt Elefanten mittels AI aus dem Weltall

Neues System zählt Elefanten mittels AI aus dem Weltall

Peter Drucker sagte einst: „You can’t manage, what you don’t measure“, oder andersherum: Man kann nur managen, was man auch messen kann.

Wissenschaftler*innen haben es sich nun zur Aufgabe gemacht, bedrohte Tierarten wie wildlebende Elefanten zu tracken. Besonders im Süden von Afrika sind Elefanten bedroht, auf dem gesamten Kontinent sollen laut dem WWF nur noch 415.000 Dickhäuter leben – ein drastischer Rückgang im Vergleich zu noch vor 100 Jahren. Einige Spezies stehen kurz vor dem Aussterben. Das sind keine guten Neuigkeiten, denn die Elefanten spielen eine wichtige Rolle im Ökosystem.

Schuld an der Misere ist der Mensch, natürlich, denn seit Jahrtausenden werden Elefanten wegen des Elfenbeins ihrer Stoßzähne gejagt. Dazu kommt der Lebensraumverlust der grauen Riesen durch nicht standortgerechte Landwirtschaft, agroindustrielle Großprojekte, menschliche Siedlungen und Straßenbau.

Kein Wunder also, dass sich die wilden Elefanten in der Regel fern von allem halten, was nach Mensch aussieht, riecht oder schmeckt. Das Zählen der Tiere war daher bislang schwierig und ungenau – die Zählungen erfolgten in der Regel aus dem Flugzeug heraus mit Ferngläsern, was offensichtlich eine hohe Fehlerquote bietet.

Durch die Nutzung neuer Technologien soll es nun besser gelingen, ein Bild davon abzugeben, wo genau sich wie viele Elefanten aufhalten.

Mittels sehr hochaufgelösten Satellitenbildern aus dem Weltall und der Verwendung von Deep Learning, also selbstlernenden Algorithmen, haben es Wissenschaftler*innen aus Oxford geschafft, die scheuen Elefanten aufzunehmen und zu zählen, selbst in unwegsamem Gelände. Die automatische Bilderkennung soll dabei genauso treffsicher sein, wie die visuelle Auswertung durch einen Menschen.

Ein weiterer Vorteil der Satellitenmessung: Die Daten werden viel häufiger aufgezeichnet, als das manuell möglich wäre. Der in der Studie verwendete Satellit „Worldview‐3“ beispielsweise hat eine durchschnittliche „revisit time“ von weniger als einem Tag und kann innerhalb von 24 Stunden Daten von über 680.000 Quadratkilometern sammeln.

Ein Satelliten-Bild aus dem Addo Elephant National Park, Südafrika. Quelle: 2020 Maxar Technologies

Elefanten wurden ausgewählt, da sie die größten lebenden Landtiere der Welt sind. In Zukunft könnten auch andere bedrohte Tierarten durch die Satellitenbilder getrackt werden. Eine der Forscherinnen, Dr. Olga Isupova, wird von The Next Web so zitiert: „Die Auflösung von Satellitenbildern verbessert sich alle paar Jahre und mit jeder Verbesserung werden wir auch mehr Dinge in größerem Detail sehen.“

Es bleibt spannend, inwieweit Artificial Intelligence und andere Technologien in Zukunft dabei helfen können, die Biodiversität der Welt besser zu verstehen und aufrecht zu erhalten.

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