Green & Sustainability Wow – wieviele Bauern es doch gibt

Wow – wieviele Bauern es doch gibt

Über Deutschland fegt ein Bauernprotest hinweg. Traktoren-Kolonnen blockieren Autobahnen und Innenstädte. In den Großstädten reiben sie sich die Augen. Wie konnte das denn passieren?

Bauern machen Städte dicht. Niemand kommt mehr rein. Dürfen die das? Wer heute ins Office muss, könnte hinter fetten Traktoren im Stau stehen, bis er schwarz wird. Zeit genug also, sich zu überlegen, was da gerade abgeht. Hier sind drei Argumentationshilfen, falls jemand mit den aufgebrachten Landwirten diskutieren will.

Erstens: Der alte Konsens ist dahin 

Er lautete: Bauern spielen eine Sonderrolle, weil sie irgendwie die Wurzel von allem sind, weil sie Landschaft schützen und zur Ernährung der Menschen entscheidend beitragen. Die neue Sicht lautet: Bauern sind eine Branche wie jede andere auch und müssen sich dem internationalen Wettbewerb stellen. Mit dem absehbaren Beitritt des gewaltigen Agrarstaats Ukraine zur EU steht die alte nach Flächen berechnete Subventionspolitik der EU sowieso vor dem Aus. Der Agrarsektor bekommt nicht länger eine Extrawurst. Bauern haben in den vergangenen Jahren gut verdient, also sollen sie Steuern wie alle anderen auch bezahlen. Das gilt auch für ihren Sprit.

Zweitens: Neue Ansprüche an die Bauern

Früher sollten Bauern Lebensmittel liefern. Jetzt müssen sie sich ums Tierwohl, um den Arten-, Umwelt- und Klimaschutz kümmern. Sie haben deswegen recht, wenn sie sagen: Das kann nicht allein der Markt übernehmen. Die Landwirte brauchen langfristige und vor allem verlässliche politische Bedingungen, um ihre Investitionen für die nächsten 20 Jahre richtig zu planen. Sie müssen darauf vertrauen können, dass sich die Situation in den nächsten zwei oder drei Jahren nicht schon wieder grundlegend ändert. Das allerdings ist mit dieser Bundesregierung nicht zu machen.

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