Life & Style Joplyn über ihr Dasein als Musikerin: „Ich sehe mich als Multimedia-Artist“

Joplyn über ihr Dasein als Musikerin: „Ich sehe mich als Multimedia-Artist“

Housige Beats, gefühlvolle Vocals und außergewöhnliche Musikvideos: Die junge Singer-Songwriterin Joplyn hat vor kurzem ihr Debütalbum „Pappelallee“ rausgebracht. Und nicht nur mit ihrer Musik weiß sie sich auszudrücken.

Joplyn, wie bist du auf den Namen „Pappelallee“ für dein Debütalbum gekommen?

Das Album ist nach der Straße in Berlin benannt, in der ich aufgewachsen bin. Ich hatte die Idee, alle meine Alben nach besonderen Orten zu benennen. Und da war es sehr naheliegend, meinem ersten Album den Namen meines ersten Wohnorts zu geben. Die Themen sind sehr persönlich: Es geht um Momente, die ich in Berlin erlebt habe.

Inwieweit hat deine Heimatstadt Berlin deinen Musikstil beeinflusst?

Da ich hier aufgewachsen bin und nie woanders gelebt habe, hat es meine Musik sehr beeinflusst. Auch urbane Elemente der amerikanischen Musikkultur haben meinen Sound eine Zeit lang geprägt. Aber schluss­endlich ist der elektronische Berlin-Sound mein Zuhause.

Und von der amerikanischen Musikkultur lässt du dich mittlerweile gar nicht mehr beeinflussen?

Ich habe irgendwann realisiert, dass es nicht mein Ziel ist, allen mit meiner Musik gefallen zu müssen. Seitdem versuche ich, von diesen gleichförmigen, urbanen, trappigen Sounds aus Amerika wegzukommen. Nicht, weil es mir nicht gefällt, sondern, weil das nicht mein musikalisches Ich ist. Aber ich mag es trotzdem, exotische oder spezielle Sounds in meine Songs zu integrieren.

Wie kommen dir deine Songideen?

Es gibt bei mir immer diesen einen kreativen Moment. Ich probiere verschiedene Sounds und Melodien aus, höre verschiedenste Musik, improvisiere herum und lasse mich inspirieren, bis die zündende Idee kommt. Manchmal kommt der Moment auch unerwartet unter der Dusche oder in der U-Bahn.

Und dann?

Dann singe ich, um ihn festzuhalten. Wenn ich schreibe, kommen die Wörter wie von selbst.

War das auch bei deinem Debüt­album „Pappelallee“ so?

Ich habe die Songs nicht mit einer bestimmten Idee im Kopf geschrieben. Ich habe mich inspirieren lassen, und dann sind die Songs ganz von allein entstanden. Wenn ich einen Moment erlebe, entstehen daraus oft Songs. So ist unter anderem „Barefoot“ auf meinem Album entstanden. Manchmal beschäftigen mich auch bestimmte Themen, und ich nehme diese zum Anlass, um einen Song zu schreiben.

Albumcover von „Pappelallee“, Stone Free Berlin (erschienen am 22.1.) © Stone Free Berlin

In welchem Musikgenre bewegt sich dein Album?

Ich finde in Genres denken immer schwierig. Wenn ich es zuordnen müsste, wären es Electronica, House und Techno. Aber wenn man sich den Techno-Mainstream anschaut, bin ich das irgendwie auch nicht. Ich bin eher etwas abseits von alldem.

Welchen Stellenwert haben für dich als Künstlerin noch Musik­videos?

Musikvideos sind Teil meiner Sprache und meines Ausdrucks. Sie gehören zum Gesamtpaket von Künstler:innen und helfen dabei, die künstlerische Aussage zu visualisieren. Ich schaue mir auch gerne Musikvideos von anderen Künstler:innen an.

Aber werden Musikvideos in Zeiten von Audio-Streamingdiensten nicht immer unsichtbarer?

Ich denke, dass Musikvideos immer noch eine Rolle spielen, was man auch an den hohen internationalen Zugriffszahlen von bekannten Künstler:innen wie Major Lazer mit „Lean On“ sieht. Das Musikvideo hat mittlerweile fast drei Milliarden Views auf Youtube. Insofern ist ein Musikvideo immer noch ein sinnvolles Promo-Tool.

Der visuelle Auftritt ist also Teil deines Konzepts?

Ich liebe es, mich auszudrücken und ausgefallene Sachen zu tragen. In einem meiner Videos trage ich zum Beispiel eine riesige Kugel auf meinem Kopf. Außerdem habe ich auch eine Schwäche für Fashion und Make-up. Ich sehe mich als Multimedia-Artist und kommuniziere gerne audiovisuell.

Hat dein Erscheinungsbild auch auf Social Media einen hohen Stellenwert?

Social Media ist mir sehr wichtig, um den Leuten zu zeigen, wer ich bin. Ich will die Menschen an meinen kreativen Prozessen teilhaben lassen. Es geht nicht nur um das perfekte Endprodukt auf dem goldenen Teller. Sie sollen sehen, wie meine Songs entstehen. Deshalb poste ich unter anderem auf Instagram regelmäßig Studio-Jams von mir.

Gibt es für dich auch Grenzen auf Social Media?

Über Social Media halte ich direkten Kontakt zu meinen Fans. Es haben sich bereits verschiedene Kollabos über Social Media ergeben. Zum Beispiel habe ich im letzten Jahr Filmmusik für die Netflixserie „Wir sind die Welle“ komponiert und geschrieben. Insofern sehe ich keinen Grund, mir auf Social Media Grenzen zu setzen. Social Media ist der leichteste Weg, sich künstlerisch auszudrücken.

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