Female Entrepreneurship Bio-Katzenfutter: Wie die Gründerinnen von Strayz ein olles Produkt hip machen wollen

Bio-Katzenfutter: Wie die Gründerinnen von Strayz ein olles Produkt hip machen wollen

Das passiert, wenn erfolgreiche Taktiken zum Aufbau einer Love-Brand auf Katzenfutter treffen: Strayz zeigt, wie man im Regal auffällt und dabei auch noch viel Vierbeinerliebe versprüht.

Läuft man im Supermarkt am Tierfutter vorbei, starren einen seit etlichen Jahren die gleichen Katzenaugen an. Die graue Britisch-Kurzhaar-Whiskas-Katze, die rote Hauskatze von Kitekat und der schwarz-weiße Felix-Kater. Der Niedlichkeitsfaktor liegt bei 100, der Designfaktor der Produkte bei null.

Das ist die perfekte Ausgangslage für Madeline Metzsch, Stefanie Zillessen und Saskia te Kaat, die Gründerinnen von Strayz, einem Bio-Katzenfutter-Startup. Denn die Trends im Bereich Tierfutter folgen denen der menschlichen Ernährung. Neue Marktangreifer:innen können zur Love-Brand werden. Hoher Fleischanteil, allergiegeeignet, ohne Getreide und Zuckerzusätze: Die Vorteile von Strayz könnten auch auf Verpackungen von Lebensmitteln für Menschen stehen.

Cat Content mit Design

Allerdings ist Bio-Katzenfutter keine Weltneuheit. Was das Startup von anderen Marken abhebt, ist eine Gestaltung, die nicht aus 100 Metern Entfernung Katzenfutter schreit. Papiertüte statt Dose. Eine gezeichnete Mieze, die die Zunge rausstreckt, statt Model-Katzen mit Kulleraugen. Und Flecken und Striche als Signature-Elemente, die die unterschiedlichen Arten von Katzenfell darstellen. Das alles auf pastellrosa Hintergrund.

Diese Farbe kommt auf Instagram, dort wo ihre Zielgruppe ist, gut an, sagt Metzsch. Katzen-Wortspiele von „Pur(r)pose Driven“ bis „Meowletter“ sind ihrer Cattitude zu verdanken.

Apropos Purpose: „Die Idee zu gründen kam mir im November 2019, als ich im Urlaub auf den Seychellen in einem Guest-House war“, erzählt Metzsch. Der Manager wollte eine schwangere Straßenkatze loswerden. Metzschs schlechtes Gewissen packte sie. Irgendwann kam ihr der Einfall, Straßenkatzen durch den Verkauf von Katzenfutter zu finanzieren. Ergo: Wer eine Packung Strayz kauft, spendet für eine Katze in Not. Das Geld geht an Tierschutzorganisationen in Griechenland und Spanien.

Metzsch erzählte ihre Idee Zillessen und te Kaat. Der Entschluss fiel im August 2019. Sich beruflich weiterzuentwickeln und dabei Tieren zu helfen – dieses Argumente-Duo hat die drei Frauen überzeugt, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. 18 Monate später halten sie ihr Produkt zum ersten Mal in der Hand.

Metzsch, Zillessen und te Kaat kennen sich bereits aus ihrem Job bei der Kinderlebensmittelfirma Freche Freunde. Metzsch arbeitete dort bis zur Gründung von Strayz, Zillessen war bei einem Food-Startup tätig und te Kaat beim Hafermilchhersteller Oatly. Sie kennen die Branche also bestens. Produzenten- und Lieferantensuche, Marketing und Crowdfunding – all das lief parallel ab.


©Maria Engelhardt

In Strayz vereinen die drei Gründerinnen alle Erfolgsfaktoren, wie man ein olles Produkt hip macht: ein Social Business, das im Regal durch ein ausgefallenes Design auffällt, vermarktet mit viel Wortwitz.

Das kennt man von Share, Einhorn und The Female Company. Beispiele, die zeigen, wie es funktionieren kann, und für te Kaat ein Argument für mögliche Vertriebspartner:innen im Handel sind: „Im Katzenfuttersegment ist unser Design etwas Neues im Regal. Manche reagieren leicht schockiert. Da hilft es manchmal, auf den Erfolg anderer Startups zu verweisen“, sagt te Kaat.


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