Life & Style Schwuler Sex im ARD-Programm: „All you need“ bricht Konventionen auf

Schwuler Sex im ARD-Programm: „All you need“ bricht Konventionen auf

Mal ehrlich, wir alle behaupten im Freundeskreis doch gerne mal, dass wir selbstverständlich kein lineares Fernseher mehr schauen. Immerhin zeigt das, wie woke und unserer Zeit voraus wir sind. Doch wenn Netflix, Amazon Prime und Co. schon wieder durchgezockt sind, hilft manchmal auch die seichte Prime-Time-Unterhaltung in ARD und ZDF.

Klassischerweise bekommt man hier entweder Krimi- oder Liebesfilme präsentiert. Was dabei nie fehlen darf: die obligatorische Sexszene, die uns als Teenager auf dem Sofa mit den Eltern vor Scham im Boden versinken ließ. Dabei spielte bisher allerdings eher Hetero-Sex zwischen Mann und Frau eine Rolle im Hauptprogramm.

Sex abseits der heteronormativen Welt

Die Miniserie „All you need“ schafft deshalb ein absolutes Novum im ARD-Programm. In der Serie dreht sich alles um die Geschichte zwei schwuler Paare, ihr Leben in und rund um Berlin und selbstverständlich ihr Liebesleben.

In den bisherigen Filmen und Serien im Hauptprogramm fanden Menschen aus der LGBTQ+-Community maximal als beste:r Freund:in der Hauptrolle oder in Nebenrollen statt. „All you need“ dreht den Spieß um und stellt zwei der Hauptrollen eine heterosexuelle beste Freundin zur Seite.

Das dreier Tag-Team, bestehend aus Levo, Vince und Sarina, wohnte bis vor Kurzem in einer gemeinsamen WG. Levo zieht allerdings direkt am Anfang der Serie zu seinem neuen Freund Tom, der sich mit 43 Jahren erst vor kurzem outete und bisher mit Frau und Kind in einem großen Haus zusammenlebte.

Und auch Vince, der bisher sein Single-Leben auskostete, findet direkt zu Anfang der Serie seinen Partner in Crime Robbie. Wo die beiden sich kennengelernt haben? Selbstverständlich in einem Gay-Club beim Quickie auf der Clubtoilette. Wie das Klischee von Großstadt-Queers es eben will.

Genau hier bricht die Serie auch zum ersten Mal mit bisherigen Konventionen der deutschen Serienlandschaft. Während in anderen Serien spätestens nach wildem Geknutsche der beiden Männer in der Clubtoilette Schluss gewesen wäre, zeigt „All you need“ wie es nach dem kurzen Flirt und wildem Vorspiel auf der Toilette weitergeht, ohne dabei anstößig zu werden. Eben so, wie es bei Hetero-Pärchen schon immer gehandhabt wird.

„All you need“ zeigt schwule Lebensrealität in der Großstadt

Die Serie stellt dabei nicht nur das Leben der vier Männer mit seinen Höhen und Tiefen dar, sondern gibt den Zuschauer:innen auch einen Einblick in die Berliner LGBTQ+-Community, dort spielt die Serie nämlich.

Der Club, in dem sich Vince und Robbie kennenlernen, ist das stadtbekannte „Schwuz“, ein inklusiver Gay-Club in Neukölln. Außerdem gehen die vier Freunde gemeinsam in eine Gay-Sauna, die nicht nur im Film sondern auch in Realität eine Sauna für schwule Männer ist, in der man nicht nur wegen der hohen Temperaturen ins Schwitzen kommen könnte.

Und selbstverständlich ist die dargestellte Lebensweise der vier Männer nicht repräsentativ für alle schwulen Männer. Teilweise wird auch hier mit Klischees gespielt. Allerdings ist sie ein erster Anfang und beginnt endlich damit für buntere Lebensweisen eine Lanze zu brechen und sie für den Mainstream zu normalisieren.

Wer nun Lust bekommen hat, ein wenig mehr in die Lebensrealität von LGBTQ+-Menschen einzutauchen, kann sich die ganze Serie in der ARD-Mediathek oder aber am 16. und 17. Mai auf ARD One im linearen Fernsehen anschauen.

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