Random & Fun Staff-Picks: Wie „Die Professorin“ die alte, weiße Elite umkrempeln will

Staff-Picks: Wie „Die Professorin“ die alte, weiße Elite umkrempeln will

Ein großes Büro mit dunklen, schweren Holzmöbeln: Das ist der Arbeitsplatz von Dr. Ji-Yoon Kim. Als erste Woman of Color leitet sie die Fakultät für Anglizistik an der Pembroke University – und soll sie vor ihrem Untergang bewahren.

Der Grund? Die Studierenden bleiben aus. Ein Blick in die Kollgeschaft von Kim zeigt warum: Sie besteht zum Großteil aus alten, weißen Professoren, die ihre Kurse seit 30 Jahren nach dem selben Wortlaut halten.

Kim hingegen ist jung, motiviert, hat Ideen für Veränderungen. Nur gibt es ein Problem. Man(n) freue sich auf ihre Vorschläge. Ja. Ja, wirklich. Nur habe man nicht die Mittel sie umzusetzen. Bevor junge Talente nachrücken können, müssten die alten erst pensioniert werden – oder sterben, wie es der Dekan ausdrückt. Denn Kim hat ein großes Anliegen: Mehr Diversität am Lehrstuhl.

Was macht eine gute Führungskraft aus?

Schon in den ersten Folgen greift „Die Professorin“ Themen auf, mit denen sich Frauen im Alltag konfrontiert sehen. Denn obwohl Kim die Leiterin ist und Entscheidungen selbstbestimmt treffen kann, wartet sie auf den Segen des Dekans, muss sich gegen eine Riege männlicher Kollegen behaupten und taumelt im Zwiespalt sich professionell zu verhalten, aber sich auch mal Fehltritte zu leisten. Beispielsweise bekifft eine Rede auf der Fakultätsparty zu halten.

Der Spagat zwischen Professionalität und Menschsein ist dabei das, was eine gute Führungskraft ausmacht. Und das, was Kim versucht. Und dann ist da auch noch ihr Privatleben, in dem sie als alleinerziehende Mutter einer Adoptivkindes ihr Bestes versucht. Zwischen all dem, darf sie sich selbst als Frau nicht verlieren. Aufgaben über Aufgaben über Aufgaben.

Frau, Divers, Mann, Mensch: Wer die Serie anschaut, kann sich gut mit Kim identifizieren. „Die Professorin“ reizt keine Klischees aus, drückt keine Ansichten auf. Female Empowerment ist nicht zu sehr gewollt. Vielmehr spielen sich Themen wie Selbstzweifel oder nervtötendes patriarchales Verhalten unterschwellig ab.

In einzelnen Sätzen liegen die Details. Etwa wenn Kim sich fragt, ob sie sich nicht genug bemühe, während sie gegen nichts-verändern-wollende-Sturrköpfe antritt oder sie sich bewusst macht, dass sie die Leitung hat und damit das Sagen. Klassische Situationen des Alltags.

Auch gut: Wie Kims ältere Kollegin eine junge Professorin vor dem Dekan lobt und als dieser kaum zuhört und sich mit dem Satz verabschiedet, „Ich beehre sie gleich wieder“, kontert sie mit folgenden Worten: „Tu uns bloß keinen Gefallen Arschloch“. Einen Satz, den sich wohl viele schon mal gedacht haben, laut ausgesprochen. Sowas sehen wir gerne.

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