Innovation & Future Spotify: Wie viel von deinem Abo-Geld landet bei den Artists?

Spotify: Wie viel von deinem Abo-Geld landet bei den Artists?

Als der Schwede Daniel Ek 2008 Spotify gründete, hätten wohl die wenigsten erwartet, dass sein Dienst nur 13 Jahre später 365 Millionen Nutzer:innen haben würde. Aus der Idee ist ein globaler Techkonzern geworden, eigenen Angaben zufolge der größte Anbieter von Musikstreaming. Anders als auf Youtube oder Facebook sind besonders viele der Spotify-Nutzer:innen zahlende Abonnenten:innen: 165 Millionen Menschen legen monatlich für ihre Plays Geld hin, der Rest hört über das werbefinanzierte Angebot.

Eines der großen Themen, das Kreative umtreibt, ist das Ausschüttungsmodell von Spotifys Einnahmen an Künstlerinnen und Künstler. Um dieses und noch weitere Themen zu besprechen, hat sich Spotifys Europachef Michael Krause zum Interview in der Business-Punk-Redaktion in Berlin eingefunden.

Interview: Jonas Bickelmann und Vincent Sahin

Herr Krause, die Art, wie wir Musik hören, hat sich grundlegend verändert. Nicht zuletzt dadurch, dass Playlists wie Ihre für viele der wichtigste Weg sind, Musik zu entdecken. Werden zukünftig Algorithmen noch stärker entscheiden, was wir hören?

Status quo ist, dass wir die menschliche Redaktion dringend brauchen. Weil die künstliche Intelligenz nur schlecht entscheiden kann, wie sie neue Musik einschätzen soll. Wenn die Inhalte online sind und Nutzerinnen und Nutzer damit interagieren, ist die KI sehr gut. Dann kann sie daraus lernen und optimieren.

KI versteht also nicht so viel von Musik, aber unsere Reaktionen.

Ja, wir haben auch Tools übernommen, The Echo Nest zum Beispiel, das die Ähnlichkeit von Songs erkennt. Aber rein musikalisch. Wir Menschen haben ja immer noch den Kontext dazu. Sagen wir, Armin von den Beatsteaks bringt ein Album raus. Die KI weiß nicht, dass er zu den Beatsteaks gehört, der Mensch schon. Und kann ihn dann zu den passenden Listen hinzufügen. Bei unseren Playlists unterscheiden wir redaktionelle, algorithmische und gemischte. Die nennen wir intern „algotorial“.

Zum Beispiel für eine Dusch-Playlist, da wählt die Redakteurin drei passende Songs. Aber welchen Sie dann hören, entscheidet der Algorithmus auf Basis Ihres persönlichen Musikgeschmacks, den wir aus den Nutzungsdaten ableiten. Personalisierte Playlists wie „Daily Drive“ kombinieren Podcasts und Musik.

Wie geraten neue Songs in Listen?

Das können alle in der App vorschlagen. Vom Major Label bis hin zur Newcomer-Rapperin. Die können ihre Songs für eine bestimmte Playlist pitchen, dazu noch einen Kommentar von bis zu 500 Zeichen schreiben. Die Redakteur:innen entscheiden dann, ob und in welche Playlists die Songs kommen. Dann sehen wir anhand der Daten, wie die ankommen. Und sie wandern im besten Fall von der Newcomerliste in die Top-Hits und immer weiter durch unser Ökosystem.

Lohnt es sich für die Playlist-Redaktion, Lieder von Künstlerinnen mit 200 Streams anzuhören?

Ja, für Newcomer gibt es ja Extra-Playlists. Unsere Redaktion hört jeden Vorschlag an. Auch wenn ich nicht sage, dass alle dieser Songs auch zu Ende gehört werden.

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