Leadership & Karriere Kolumne: Wer wirklich was erreichen will, muss nach Bochum kommen

Kolumne: Wer wirklich was erreichen will, muss nach Bochum kommen

von Massoud Mahgoli

Unser Kolumnist Massoud Mahgoli und sein Loblied auf die Heimatstadt – kurz: Wer in Bochum was wird, schafft es überall. Woran genau liegt das eigentlich?

Neulich kam ich von einem Termin in Berlin in meine Heimatstadt zurück. Jedes Mal dasselbe: Bochum kommt mir dann die ersten Augenblicke wie ein Dorf vor. Auch wenn ich aus L.A. oder New York oder Teheran zurückkomme. Das meine ich aber gar nicht abfällig. Denn ganz klar: Du kannst den Boy aus Bochum rausnehmen, Bochum aber nie aus dem Boy.

Warum erzähle ich das? Weil ich in den Momenten eben auch immer merke, wie wichtig mir die Stadt ist. Meine Eltern haben an der Ruhr-Universität studiert, seit allerfrühester Kindheit gehe ich in die Mensa. Es ist eine zauberhafte Stimmung auf dem Campus, die fühle ich nirgendwo anders auf der Welt. Ich habe eine starke, emotionale Bindung zum Tropenhaus – für mich das Gateway to Paradise. Herbert, VfL, alles klar – das ist Heimat.

Und ich kann hier, tief im Westen, viele Vorteile sehen. Erstens haben wir eine erstklassige Startup-Landschaft. Die Infrastruktur dafür ist fantastisch. Etwa Campus Held und Hype UP!: Die sitzen zwar in Essen, sind aber wie ich Bochumer Jungs. Nur ein Beispiel von vielen.

Und zweitens ist Bochum eine extrem gute Schule. Warum? Man sagt uns nach, dass wir direkt sind. Das mag man hier oder da als Taktlosigkeit auffassen, aber ich persönlich habe das zur Stärkung meiner Pitch-Skills genutzt! Direkt drauflos, ohne Gnade raus damit. Das ist Bochum, das ist das Ruhrgebiet, das da aus mir spricht: Ich denke, dass die Mischung aus suburbaner Betonlandschaft und Hinterland, Natur und Industrie in meinem State of Mind ein Yin und Yang ergibt. Ich kann hier sehr frei denken, andererseits auch schnell. Fast Life eben.

Und mit genau diesen Pitch-Skills habe ich auch eine absolute Leidenschafts-Kollabo eingetütet: mit dem VfL Bochum. Als Startup-Gründer im Gamingsektor hatte ich schon länger Kontakt zum VfL, der ist nämlich auch mit einem E-Sports-Team aktiv und hat vor einiger Zeit ein Camp für Startups veranstaltet. Long story short: Ich habe den Innovationspreis gewonnen, bin seitdem im Kontakt. Als ich dann meine Custom Designs gestartet habe, bin ich zu denen und habe was gezeigt (aggressiver Bochumer Pitch!). Und wir leben ja in Kollabo-Zeiten, nichts ist gängiger geworden als das Zusammenspiel von Gaming, Social Media und Fashion. Jedenfalls haben die gesehen, dass ich ein echter Bochumer Junge bin. Dennis Schröder, Lakers, Drake – jetzt der VfL!

Seit meinem sechsten Lebensjahr habe ich für Bochumer Vereine gespielt, rechtes Mittelfeld. Und jetzt habe ich die Capsule Collection mit dem schlicht legendärsten Verein am Laufen. Muss man sich mal vorstellen: Seit 1848 gibt es den, jetzt präge ich einen Teil davon.

Das Problem ist, dass die Begeisterung hier manchmal etwas zu weit geht. Ruhrpott, Muhrpott, Startups, Digitalisierung überall – da wird man hier schnell übermütig und behauptet, das nächste Berlin zu werden. Ich sage: Das nächste Berlin? Halt die Fresse. Niemals. Aber das muss auch gar nicht sein. Wir haben was viel Besseres zu bieten.

Denn wer im Leben und von anderen was will, sollte mal für ein paar Wochen zu uns kommen. Echte Pitch-Skills lernen. Vielleicht ist das eine Idee – Bochum soll gar nicht das neue Berlin oder sonst was werden. Es kann aber eine Art Bootcamp für Leute sein, die dort was reißen wollen. Wer wirklich was will, kommt zu uns – tief im Westen.

Massoud Mahgoli: Unser Kolumnist sorgt mit seinen Cross-over-Werken international für Aufsehen und zählt einen erlesenen Kreis an Rappern, Sportlern und Schauspielern zu seinen Fans – unter anderem Dennis Schröder von den Boston Celtics. Jetzt legt er seine erste Collection für den VfL Bochum vor.

Unsere exklusive Titel-Story: Die Sanity Group-Gründer Finn Hänsel und Fabian Friede sowie Max Narr, Geschäftsführer des Joint Venture Endosane, wollen den Weltmarkt für Arzneimittel gegen Schizophrenie auf Cannabis-Basis angegriffen werden. Auch im Heft: Rap-Legende Marteria gibt BWL-Nachhilfeunterricht und im Dossier beschäftigen wir uns mit „Moon Shots“. Holt euch die neue Ausgabe gleich am Kiosk oder direkt hier im Abo!

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