Leadership & Karriere For Women in Science: „Uns fehlen Role Models in der Wissenschaft“

For Women in Science: „Uns fehlen Role Models in der Wissenschaft“

Woher kommt denn die Inspiration für euer Forschungsthema?

Es ergibt sich viel im Austausch. Klar, es gibt in jedem Forschungsbereich Strömungen und Bleeding Edges, wo man sich gerne aufhält. Aber die echten Experimente, die basieren immer auf Ideen. Nicht umsonst heißt es, dass Ideen die Währung der Wissenschaft sind.

Neben deiner wissenschaftlichen Arbeit managst du auch noch deine Familie. Dabei unterstützt dich jetzt die „For Women in Science“-Initative?

Genau, dieser „For Women in Science“-Preis wird ausgeschrieben von der UNESCO und L’Oreal in Kollaboration mit der Christiane Nüsslein-Volhard Stiftung. Und diese Stiftung hat sich die Förderung von Frauen in Erziehungsverantwortung auf die Fahne geschrieben.

Was sind denn bisher deine Erfahrungen gewesen? Hattest du im Gegensatz zu den männlichen Kollegen das Gefühl, dich mehr beweisen zu müssen?

Wenn man an der richtigen Stelle in der alltäglichen Arbeit ist, spielt es keine Rolle, welchen Hintergrund man hat. Das ist, was ich so sehr schätze, wenn es wirklich nur um Wissenschaft geht. Es geht um die Idee. Es geht darum, konstruktive Kritik zu üben. Klar treffe ich auch auf Leute mit einem sehr überkommenen Rollenverständnis, von denen dann ein unsachlicher Spruch kommt.

Ich versuche dann immer, solche Dinge an mir abprallen zu lassen und wieder zurück auf die Sachebene zu kommen. Zu sagen: Wie ist es mit dem Projekt? Wo stehen wir denn? Das ist auch das, worum es allen gehen sollte. Ich will meine Zeit nicht mit Metadiskussionen verschwenden, ich will über Wissenschaft reden.

Wieso landen trotz ähnlicher Quote für den Doktorand:innen-Abschluss, deutlich mehr Männer am Ende in der Wissenschaft?

Ich kenne das Phänomen sehr gut und habe mich auch in der Gleichstellungsarbeit engagiert. Uns fehlen Role Models. Es ist auch so, dass gerade jungen Frauen oft Angst gemacht wird. In die Richtung: wie willst du das denn machen? Willst du denn keine Familie? Und was ist denn, wenn du in eine andere Stadt ziehen musst?

Ob es aus der Wissenschaft direkt oder aus der Gesellschaft kommt, kann man gar nicht so eindeutig sagen. Förderinstrumente wie „For Women in Science“ sind dann wahnsinnig wichtig, um auch zu zeigen, dass es eine Plattform gibt, auf der Role Models präsentiert werden und man sich austauschen kann mit Frauen, die es geschafft haben.

Wenn man diese Strukturen etabliert, müssen Frauen nicht jedes Mal wieder diskutieren. Ob es ein Zimmer ist, wo man sich mit den Kindern aufhalten kann oder Kinderbetreuung am Arbeitsplatz. Wenn das selbstverständlich ist, kann ich direkt zur Sache kommen und inhaltlich arbeiten. Das würde vielen Frauen auch die Angst nehmen, wenn man sagt: „Ja, das kriegst du hin“.

Wie sieht die Unterstützung der Stiftung für euch Stipendiatinnen genau aus?

Für mich ist es toll, Ansprechpartner:innen zu haben, aber natürlich auch meine Co-Stipendiatinnen kennenzulernen. Wir schreiben uns regelmäßig auf WhatsApp, das ist super. Dieses Netzwerk zu haben, das ist für mich das Allerbeste daran, wenn man Personen trifft, die in einer ähnlichen Situation und genauso fasziniert von ihren Forschungsthemen sind.

Das heißt, es geht über das Finanzielle hinaus?

Ja, da ist wieder das Stichwort Role-Models. Die müssen nicht älter sein, die können auch genauso alt sein. Es gibt verschiedene Aspekte, bei denen man sich untereinander helfen kann.

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