Life & Style Goodbye, iPod: unsere Gedanken zum Abschied eines treuen Begleiters

Goodbye, iPod: unsere Gedanken zum Abschied eines treuen Begleiters

Erst im Januar diesen Jahres mussten wir uns ein paar Tränchen verdrücken, als das Ende von BlackBerry bekannt gegeben wurde. Jetzt folgt die nächste traurige Nachricht aus der Oldschool-Gadget-Welt: Apple stellt den iPod ein. Der Tech-Riese brachte den Musikplayer im Oktober 2001 auf den Markt – womit eine neue Ära des Musikhörens eingeleitet wurde. Mehr als zwei Jahrzehnte später nimmt diese Ära nun sein Ende.

Fun-Fact: Der allererste iPod konnte gerade mal tausend Songs speichern. Was heute nach wenig Musikauswahl klingt, war damals fast schon revolutionär. Vier verschiedene Modelle des iPods haben uns in den letzten zwanzig Jahren begleitet.

Die Erinnerungen an den iPod dürften ganz unterschiedlich sein. Wir haben uns in der Redaktion umgehört und ein paar Stimmen zum Ende der iPod-Ära für euch eingesammelt:

Sadia Marie Ouro-Gbele: Den Hype um die iPods habe ich irgendwie nie wirklich verstanden, aber ich hatte halt auch nie einen. Dafür hatte ich den guten alten Discman und eine riesige CD-Sammlung in meinem Zimmer. Heute geht halt ohne Streaming-Abo nix: Zu Ehren des iPods spiel ich einmal „Bye, Bye , Bye“ von NSYNC* und dann ist wohl eine Ära zu Ende.

Nicole Plich: In meiner Biographie der tragbaren Musikplayer blicke ich auf zwei iPod Nanos unterschiedlicher Generationen zurück. Der iPod bedeutete für mich Jugend. Rebellion, wenn ich mir auf dem Weg zur Schule Kopfhörer in die Ohren steckte und mich fühlte wie in einem Musikvideo. Ich konnte all die Musik hören, die ich wollte, ohne einen Discman mehr rumschleppen zu müssen oder CDs. Klar gab es auch schon Mp3-Player, aber die sahen oll aus.

Der iPod hatte Stil. Man besaß plötzlich etwas, das von Design geprägt war. Außerdem war ein iPod bezahlbarerer als ein iPhone. Endlich konnte ich etwas von Apple besitzen, dieser Marke, mit der all die coolen Leute ausgestattet waren. Seit Jahren höre ich Musik jetzt schon übers Smartphone und immer noch liegen die iPods in meiner Schublade, weil ich mich nicht von ihnen trennen kann. Die Playlisten von damals sind Erinnerung.

Michael Gnahm: Dass der iPod eingestellt wird, dürfte für mehr als nur eine Generation einen traurigen Beigeschmack haben. Immerhin wurde der erste iPod Nano im Jahr 2001 vorgestellt und hat mit jeder neuen iPod-Generation und Version mehr Fans dazu gewonnen. Für meine Generation war es vor allem der iPod Touch, der unser Leben als 12-Jährige auf den Kopf stellte. Auf einmal konnten Spiele, Videos und Musik auf einem einzigen Gerät abgespielt werden. Für viele Wochen und Monate war es die größte Challenge unserer Lehrer:innen, uns beim Zocken auf den iPods unter den Tischen zu erwischen.

Und auch in jeder anderen Lebenslage war der iPod mein ständige Begleiter: egal ob im Bus, während des Essens (Sorry Mama!) oder Abends vor dem Einschlafen. Bis eines Tages der große Bruder, das iPhone, in mein Leben trat. Seit diesem Tag habe ich dich in die Ecke gelegt und nie wieder eines Blickes gewürdigt. Heute weiß ich, ich hätte mehr Zeit mit dir verbringen müssen. Mach es gut alter Freund. In meinem Herzen – und dem meiner Mitschüler:innen – wirst du immer einen ganz besonderen Platz haben.

Katharina Boecker: Hach ja, der iPod. Wie habe ich ihn geliebt. Ich weiß noch, dass ich als Kind erst einen knallblauen hatte, dann einen in pink. Mit der Farbe habe ich gerne bei meinen Freund:innen angegeben – warum auch immer. Heute würde ich mir niemals ein iPhone in einer knalligen Farbe zulegen.

Doch zurück zum iPod: Vor allem in der Mittelstufe habe ich den kleinen Player immer mit mir herumgeschleppt. Mit halbfunktionierenden Kopfhörern und einem Grinsen im Gesicht. So hatte ich meine Lieblingssongs immer in der Hosentasche mit dabei – und das alles ohne Handy. Auch wenn das iPhone meinen iPod schon lange ersetzt hat: Ich werde das kleine Teil nicht so schnell vergessen!

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