Leadership & Karriere Warum Narzisst:innen Gift für die Fehlerkultur in Unternehmen sind

Warum Narzisst:innen Gift für die Fehlerkultur in Unternehmen sind

Ein Gastbeitrag von Christoph Seckler

Die Geschichte des Namensgebers für den Narzissmus ist so schön wie tragisch. Die Kurzfassung der griechischen Erzählung geht so: Narziss, der jede Menge Verehrer:innen hatte, diese zu deren Unmut aber alle abwies, wird von der Göttin des gerechten Zorns mit Selbstliebe bestraft.

Er verliebt sich in sein Spiegelbild, das er auf der Wasseroberfläche sieht, und stirbt schließlich an seiner unerfüllten Liebe. Zurück bleibt nur eine Blume, eine Narzisse. 

Wenn wir also über Narzisst:innen im Job sprechen, gehen wir auf ein Phänomen zurück, das es seit der griechischen Antike gibt. Nicht zwangsläufig müssen Chef:innen für ein narzisstisches Verhalten permanent in den Spiegel (oder die Computerkamera) schauen.

Vielmehr spricht man von Narzissmus heute gemeinhin, wenn eine Person ein erhöhtes Selbstbild hat und dieses auch aufrecht erhält, wenn man ihr das Gegenteil vorführt. Sie hinterfragt ihr eigenes Handeln nicht, ist nicht lernfähig – und damit absolutes Gift für die Fehlerkultur in Unternehmen.

Fehlerkultur in Unternehmen braucht alles, was Narzissmus verhindert

Dabei ist Fehlerkultur in Unternehmen wichtig, um permanent besser zu werden. Denn jeder Fehler ist ein Informationsgewinn, wie es nicht geht; wird er geteilt, profitieren alle davon.

Der konstruktive Umgang mit Fehlern ist daher zentrales Element einer guten Fehlerkultur in Unternehmen. Dafür sind drei Schritte von Bedeutung: Erstens die Verbalisierung des Fehlers, zweitens das Beheben des Fehlers und drittens das Lernen aus dem Fehler und dem Prozess. 

Narzist:innen sind hierzu meist nicht oder nur begrenzt fähig, da sie ihr eigenes Handeln nicht hinterfragen, ja mehr noch: Sie vertuschen oft Fehler, statt sie zuzugeben. Denn sie bewerten Fehler negativ. Sie denken in ihrem überhöhten Selbstbild, keine Fehler machen zu dürfen – und wollen schon gar nicht darüber sprechen. Und weil sie nicht anerkennen können, dass sie einen Fehler gemacht haben, können sie auch nicht daraus lernen. 

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