Life & Style Regisseur David Helmut: „Ich stehe total auf diesen dummen, amerikanischen Humor“

Regisseur David Helmut: „Ich stehe total auf diesen dummen, amerikanischen Humor“

Drehbuchautor, Regisseur, Schauspieler: David Helmut übernimmt einfach gleich alles selbst. Die Sitcom „Wrong“ zeigt, dass das verdammt gut funktionieren kann.

David, bei „Wrong“ besetzt du alle wichtigen Schaltstellen. Wieso?

Ehrlich gesagt, denke ich, es wäre schwieriger für mich, ein fremdes Drehbuch zu spielen. Beim Schreiben kann ich meine Rolle bereits mitentwickeln und gehe die Dialoge schon im Kopf durch. So kann ich mich am Set mehr auf alle anderen Schauspieler im Bild konzentrieren.

Bist du lieber hinter oder vor der Kamera?

Ich sehe mich definitiv lieber hinter der Kamera und schreibe auch unglaublich gerne. Dieser Ausflug in die Schauspielwelt hat mir trotzdem sehr viel Spaß gemacht. Vielleicht ist es aber auch eine Art Komplex, den ich habe: die Kontrolle über den Humor und die Inszenierung nicht abgeben zu wollen. Ich denke aber, dass das ein allgemeines Problem von Regisseuren ist.

Erzähl uns von der Entstehung von „Wrong“, wie kam es zu der Serie?

Ich habe mir gedacht: Warum nicht einfach etwas Kohle von meinen Werbefilmen nehmen und daraus mit meinen Freunden testweise die erste Folge einer Sitcom drehen? Zu der Zeit kam auch „Jerks“ raus. Die Serie hat ein Türchen zu einer bestimmten Art Humor in Deutschland geöffnet. Dann haben wir die Pilotfolge gedreht, komplett ohne Budget. Damit sind wir dann zu RTL (Disclaimer: Auch Business Punk gehört zur RTL-Gruppe). Die haben den Humor verstanden, gefeiert und wollten mehr davon. Die Serie ist tatsächlich extrem beliebt.

Hast du mit so viel Zuspruch gerechnet?

Dadurch, dass man sich das fertige Produkt im Schnitt gefühlt hundertmal anschaut, verliert man total den Bezug dazu, ob es noch witzig ist. Es war also eine große Erleichterung, nach dem Release so viel gutes Feedback zu bekommen.

Ihr hattet 35 Drehtage. Von Werbefilmen bist du weniger gewohnt. Eine große Umstellung?

Klar, ich meine, ein Werbespot ist in den meisten Fällen in 35 Sekunden erzählt und oft schon an einem Drehtag abgedreht. Bei einer Serie musst du jeden Drehtag die gesamte Geschichte aller Folgen im Kopf haben. Denn du drehst ja nicht jeden Tag eine Folge, sondern alle Szenen durcheinander. Hierbei dramaturgisch den Überblick zu behalten ist die größte Challenge, würde ich sagen.

Die Serie zeigt das Leben einer Chaos-WG. Dein persönlicher Horror-WG-Moment?

Puh, da gibt es viele Geschichten. Einmal kamen wir morgens früh vom Feiern wieder und hatten die glorreiche Idee, unseren langen WG-Flur mit Seifenwasser vollzuschütten, uns auszuziehen und über den Gang zu schliddern. Megalustiger Morgen. Doch am nächsten Tag kam der ganze Laminatboden hoch.

Ist dieser Spirit am Set erhalten geblieben?

Wir haben während der Drehtage alle zusammen in einem Hotel gegenüber vom Set gelebt. Jeder hatte sein eigenes Zimmer, aber mit Gemeinschaftsküche. Wir haben wirklich wie in einer riesigen WG gelebt und es gleichzeitig gespielt, das war eine schöne Erfahrung.

Vor ein paar Wochen wurde bekannt, dass eine zweite Staffel kommt. Was passiert da?

Die zweite Staffel wird auf jeden Fall eine Ansage. Wenn nicht alles schiefgeht, sollte das richtig gut werden. Wir haben sehr viele lustige Momente und völlig absurde Geschichten geschrieben. Ich hoffe, wir kriegen das alles auch genau so aufs Tape geschossen.

Seite 1 / 2
Nächste Seite

Das könnte dich auch interessieren

„Squid Game“ ist Netflix‘ klare Nummer eins – doch was kommt danach? Life & Style
„Squid Game“ ist Netflix‘ klare Nummer eins – doch was kommt danach?
Koalitionsvertrag steht: Fünf Ampel-Memes zu Scholz‘ Zeigefinger Life & Style
Koalitionsvertrag steht: Fünf Ampel-Memes zu Scholz‘ Zeigefinger
Freiheitsüberfordert: Warum es Zeit braucht in der neuen (alten) Normalität klarzukommen Life & Style
Freiheitsüberfordert: Warum es Zeit braucht in der neuen (alten) Normalität klarzukommen