Life & Style Regisseur David Helmut: „Ich stehe total auf diesen dummen, amerikanischen Humor“

Regisseur David Helmut: „Ich stehe total auf diesen dummen, amerikanischen Humor“

Aktuell schreibst du an den letzten Drehbüchern. Wie sieht dein Schreibsetting aus?

Das Schönste ist: Drehbücher lassen sich überall schreiben. So kann ich super easy in meinem Wohnmobil irgendwo an der Küste stehen. Morgens wird geschrieben und nachmittags gesurft. Mit diesem Lifestyle bin ich aktuell ganz zufrieden. Inhaltlich ist es dieses Mal eine etwas andere Herangehensweise, da die Welt und die Charaktere schon da sind und in der ersten Staffel ihren ganz eigenen Input mit reingebracht haben, das ist eine viel spannendere Basis, um sich Geschichten auszudenken.

Workshop-Talk: Hast du eine Schreibroutine?

Ja, die beginnt meist damit, mich zwei Stunden lang zum Schreiben zu zwingen. Viele denken, man muss auf einen bestimmten Moment warten, damit der kreative Prozess beginnt. In meinen Augen stimmt das nicht. Jemand hat mal gesagt: Der kreative Prozess ist eine Art Kreislauf aus Aktion, Inspiration und Kreativität. Heißt, wenn du einfach damit beginnst, irgendetwas zu schreiben – völlig egal was – wirst du dadurch inspiriert. Und so entsteht Kreativität.

Würdest du dich am ehesten dann doch als Autor bezeichnen?

Ich glaube, ich werde mit dem Schreiben nie aufhören. Aktuell schreibe ich noch an meinem Debütlangfilm. Wer weiß, vielleicht schreibe ich irgendwann auch ein richtiges Buch.

Abseits der eigenen WG-Erfahrung: Woher kommt bei dir die Inspiration?

Ich stelle mich nicht in den Wald und warte, bis mir die Gedanken kommen. Es gibt keine bestimmten Situationen. Immer wenn mir eine dumme Idee kommt oder irgendwer von meinen Freunden etwas Absurdes erzählt, schreibe ich es in meine Notizapp auf dem Handy. Daraus entstehen dann unterschiedliche Storylines, die ich im Writersroom vorstelle.

Hast du Vorbilder aus der Filmbranche?

Ich stehe total auf diesen dummen, amerikanischen Humor. Will Ferrell, Seth Rogen, James Franco. Adam McKay ist beispielsweise ein Regisseur, der genau meinen Humor trifft, in der deutschen Filmlandschaft sind das zum Beispiel Christian Ulmen und Arne Feldhusen.

Zurück zum bisherigen Job: Was fasziniert dich an der Werbung?

Ja, richtig, ich bin nach meinem Filmstudium in München komplett in der Werbebranche versunken. Ich liebe Werbung, vor allem weil du dich meist auf eine Minute oder noch weniger konzentrieren musst und dabei jede Sekunde sehr viel mehr wert ist als in einem Langfilm. Ist einfach eine andere Sportart als Fiction. Außerdem ist es schön, dass du meist schon nach ein paar Wochen durch bist und zum nächsten Thema springst. So macht man schnell viele Fehler – und wozu Fehler gut sind, muss man niemandem mehr erklären.

Klingt, als würdest du Werbefilme immer wieder einschieben wollen.

Definitiv. Werbung wird gut bezahlt. Dieses Geld kann man dann dazu hernehmen, sich bei seinen Langfilmprojekten mehr Freiheiten zu kaufen. Beides macht mir wahnsinnig viel Spaß. Aber klar sind es zwei verschiedene Paar Schuhe, ob du jetzt für einen Kunden ein Produkt inszenierst oder deine eigene Geschichte erzählst, wo dir niemand reinredet.

Welchen Traum willst du dir erfüllen?

Ich würde gerne gemeinsam mit den Leuten aus meiner Agentur ein Grundstück im Ausland, vielleicht Portugal, kaufen. Irgendwo an der Küste. Und dort ein autarkes Dorf aufbauen, mit großen Gemüsegärten, vielen Tieren und eigener Energieversorgung. Das ist ein Projekt, das noch weit entfernt wirkt, aber definitiv seinen Platz auf meiner Langzeit-to-do hat.

Dieser Text stammt aus unserer Ausgabe 3/22. In unserem Dossier dreht sich dieses Mal alles um das Thema Climate-Tech. Auch mit dabei: Wie der Head of Hiphop dem Streamingriesen Apple Music endlich eine junge Zielgruppe zuführen soll. Außerdem: Was passiert im Super Startup Adventure Camp Barcelona? An welcher veganen Alternative arbeitet das Food-Tech-Startup Perfeggt? Und noch vieles mehr…

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