Green & Sustainability Dieses Startup sorgt für Power-Lunch mit veganer Tiefkühlkost

Dieses Startup sorgt für Power-Lunch mit veganer Tiefkühlkost

Vergiss Cheeseburger und Lunch-Koma: Every will mit veganen Tiefkühlgerichten wie vom Restaurant um die Ecke Abhilfe fürs teigige Bürovolk schaffen.

Pomodoro Passion, Basmati Buzz, Dal Delight, Naked Taco. Klingt verdächtig nach Nullerjahre-Foodblognamen. Oder nach einer Cocktailkarte in Portland. Stattdessen handelt es sich aber um Gerichte auf der digitalen Speisekarte von Every, einem Food-Startup aus Berlin. Das bietet vegane Tiefkühlgerichte zum Liefern. So ähnlich wie zum Beispiel schon Juit, Hellofresh und – ganz oldschool – Bofrost es machen.

Gegründet wurde Every von Benjamin Ahlers und Casimir Rob. Die Idee ist Ahlers 2018 gekommen. Er hatte gerade sein Studium beendet und einen stressigen Job angefangen. Einen, bei dem ihm kaum Zeit zum Kochen blieb. Also nahm er sich verschiedene Zutaten, zauberte eine große Portion und fror das Werk ein.

Meal-Prepping mag ein Konzept aus Großmutterzeiten sein, funktioniert für viele aber trotzdem verdammt gut: „Die Anfangsphase war meine persönliche Exploration der Welt“, sagt Ahlers. Und sieh an: Allmählich machte ihm das Kreieren und Einfrieren verschiedener Gerichte Spaß. Warum also nicht gleich ein Unternehmen darauf aufbauen?

Vom Feld auf den Teller

Unterstützung bekam er von seinem Freund, Ex-Mitbewohner und dann auch Co-Gründer Casimir Rob. Der erste Prototyp von Every kam im Herbst 2019 auf den Markt. 100 Testkund:innen waren dazu dabei. Im März 2020 dann der Launch – genau zum Beginn der Pandemie. „Das hat erst Unsicherheiten erzeugt, vor allem wegen der Lieferketten, aber retrospektiv hat das Umdenken zu Hause für uns ein starkes Momentum geschaffen“, sagt Ahlers. Klar, die Menschen verbrachten ganze Wochen am Stück zu Hause und waren für jeden noch so kleinen Do-it-yourself-Input dankbar.

Bemerkbar gemacht hat sich das dann auch in den Zahlen: Nach einem Dreivierteljahr hat Every bereits einen sechsstelligen Umsatz erzielen können, letztes Jahr zum ersten Mal die Umsatzmillion geknackt. Völlig nachvollziehbar: Das Versprechen des Unternehmens ist natürlich auch pures Crack für den achtsamen Konsumentennachwuchs des Rapunzel- und Reformhaus-Standorts Deutschland: Einzelne Zutaten werden auf deutschen Feldern geerntet, noch am selben Tag verarbeitet und bei minus 25 Grad schockgefroren. Alle Gerichte sind vegan. Vorgekocht wird natürlich nicht, jedes Kitakind hierzulande weiß, dass dabei wertvolle Nähr- und Geschmacksstoffe verloren gehen.

Dann werden noch Soßen und Pasta oder Reis hinzugegeben, damit ein vollständiges Gericht entsteht, das anschließend im Pappkarton landet. Ahlers sagt, dass er mit jedem Gericht eine Balance anstrebt. Und er verspricht immerhin auch „Restaurantniveau“: „Wir bieten einen Begleiter für den Alltag, mit dem man neue Routinen entwickeln kann“, sagt Ahlers. Tatsächlich sind die Gerichte von Every vor allem in Büros beliebt, was jeder Mensch nachvollziehen kann, der mal in einem Büro- oder Industriepark versucht hat, mehr als nur ein Beilagensalatblatt zu ergattern.

Lieferung noch am selben Tag

Der Vertrieb findet dabei ganz gegenwartsgemäß direct-to-consumer über den eigenen Onlineshop statt. Mindestens sechs Gerichte müssen bestellt werden, sonst wird es logistisch unsinnig, ökologisch sowieso. Gute News für akut Hungrige oder den von Nachtschichten geplagten Agenturmenschen: In den größten Städten Deutschlands erfolgt die Lieferung noch am selben Tag per Fahrrad.

Pro Tag kommen mittlerweile ein paar Hundert Bestellungen rein. Je Order sind es im Durchschnitt acht bis zehn Gerichte, womit der Kunde bei über 70 Euro landet. Nicht unbedingt günstig, was den Gründern allerdings bewusst ist. Sie machen dafür aber ihre Nachhaltigkeitsstandards geltend. Unter anderem wurden alle Gerichte und Prozesse auf Emissionen durchkalkuliert. Bei einem Gericht inklusive Lieferung und Kochen zu Hause kommt man laut Onlineshop im Durchschnitt auf 1,1 Kilo CO₂.

Bis Ende des Jahres will Every auf 70 Gerichte aufstocken und weiter expandieren. Aktuell liefert Every außerhalb von Deutschland noch nach Luxemburg, in die Niederlande, nach Dänemark, nach Belgien und Österreich. „Unser Ziel ist es, das Angebot in ganz Europa auszuweiten – und dann auch weiter international“, sagt Rob. Wie wohl das Feedback auf Naked Taco in Mexiko ausfallen wird?

Dieser Text stammt aus unserer Ausgabe 5/22. Wir haben 7 Hot Takes zur Karriere von morgen, die euch Feuer geben, ohne dass der Burnout droht. Außerdem: iPod-Macher Tony Fadell über Parties mit Steve Jobs, ferngesteuerte Spermien, Lush-Seifenoper mit Gründer Mark Constantine. Hier geht es zur Bestellung – oder ihr schaut am Kiosk eures Vertrauens vorbei.

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