Personal Finance Elevator Boys: „Niemand von uns würde auf einmal alles auf den Kopf hauen“

Elevator Boys: „Niemand von uns würde auf einmal alles auf den Kopf hauen“

Über Geld spricht man nicht? Und ob. Geld ist überall und auf vielen Kanälen zum Dauerthema geworden. Wir haben mit sieben schlauen Menschen dazu gesprochen. Mit dabei: die Elevator Boys.

Elevator Boys, ihr seid internationale Stars der Generation Z auf Tiktok. Wie genau verdient ihr Geld mit eurem Content?

Luis: Das meiste geht über Kooperationen, so wie bei den meisten Creators im Social-Media-Bereich. Das ist bis heute unsere Haupteinnahmequelle.

Tim: Die Kooperationen sind uns sehr wichtig, da wir uns so langfristig ein Standbein aufbauen, das authentisch ist. Wir bewerben nur Produkte, hinter denen wir zu hundert Prozent stehen.

Luis: Zusätzlich bauen wir uns jetzt seit einigen Monaten auch andere Standbeine nebenbei auf. Dazu haben wir vor Kurzem unsere erste eigene Firma gegründet: Kabu Artist Management. Sie fungiert in allererster Linie für uns als Management, verwaltet unsere Kooperationen, ist erste Anlaufstelle für den Kunden, aber wir arbeiten auch an eigenen Produkten und NFT-Geschichten, die wir umsetzen wollen.

Jacob: Dadurch dass wir unser eigenes Management gegründet haben, können wir die 20 Prozent Anteil fürs Management von jeder Kooperation beiseitenehmen und in unsere Firma reinvestieren – beispielsweise in gute Mitarbeiter und gute Projekte.

Verdient ihr auch etwas über die bloßen Views eurer Tiktok-Videos?

Bene: Auf Tiktok gibt es einen Creator-Fonds für Videos, durch den man für Klicks etwas Geld bekommt, aber bei Weitem nicht so viel, dass man davon leben könnte. Man bekommt pro eine Million Klicks vielleicht 15 bis 20 Euro. Auf Youtube bekommst du für die gleichen Klicks an die 1 000 Euro.

Wie teilt ihr das Geld für eure Kooperationen auf?

Jacob: In der Firma sind wir fünf die einzelnen Kommanditisten, das heißt, uns gehören jeweils 20 Prozent. Wenn jemand eine Einzelkooperation hat, bekommt derjenige das gesamte Geld für sich. Wenn es eine Gruppengeschichte ist, zum Beispiel die Einladung zu einer Filmpremiere, wird das Geld gerecht durch fünf geteilt.

Stichwort Finanzplanung: Bekommt ihr Hilfe von Vermögensverwalter:innen?

Luis: Unser Privatvermögen managen wir bis jetzt komplett selbst. Für die Steuerthematik haben wir Steuerberater und auch Menschen innerhalb der Firma, die sich damit auskennen und uns regelmäßig helfen. Wir nehmen auch an Finanzcoachings teil, um uns mit den verschiedenen Investmentmöglichkeiten auseinanderzusetzen.

Seid ihr alle fünf tatsächlich an Finanzthemen interessiert?

Tim: Da sind wir uns alle einig und wollen uns gut informieren. Das geht Hand in Hand damit einher, dass wir unsere Firma gemeinsam langfristig und nachhaltig aufbauen wollen. Niemand von uns würde auf einmal alles auf den Kopf hauen.

Streitet ihr euch mal wegen Geld?

Bene: Nein, gar nicht.

Jacob: Darüber bin ich auch sehr froh. Private Ausgaben, zum Beispiel für Essen oder Tankfüllungen, geben wir in eine App ein, die dann automatisch berechnet, wer wem anteilig wie viel schuldet. So können wir das unter uns problemlos regeln.

Tim: Gerade auch, wenn es um das Geld oder die Einnahmen von Kunden geht, bin ich froh, dass wir uns nie streiten. Wir bemessen das fair, alles ist an Zahlen begründbar und nachvollziehbar.

Wofür gebt ihr das meiste Geld aus?

Tim: Steuern (lacht).

Bene: Reisen ist das größte Thema für uns, darunter fallen nicht nur private, sondern auch Betriebsreisen. Einen großen Teil nimmt auch die Miete ein. Da nehmen wir gerne mehr Geld in die Hand, anstatt es für sinnloses Zeug auszugeben.

Tim: Durch unseren Content und die wachsenden Anforderungen daran steigen auch die Ansprüche an die Räumlichkeiten und Hintergründe, um beispielsweise unsere Gruppenvideo-Ideen umzusetzen. Das mag nicht immer nachvollziehbar sein, aber wir brauchen eine gewisse Wohnlichkeit und Ästhetik, damit die Videos anschaulich sind.

Für welches Projekt habt ihr das erste Mal als Elevator Boys Geld bekommen?

Jacob: Das muss Mitte September letzten Jahres auf der Fashion Week in Berlin gewesen sein. Da wurden wir alle fünf gemeinsam für About You gebucht. Das war das erste Event, auf dem wir zu fünft waren und als Team Geld bekommen haben.

Was habt ihr euch davon gegönnt?

Luis: Wir waren kurz nach der Fashion Week in den USA. Das Geld haben wir für Reisekosten und Unterkunft in die Hand genommen. Wir haben für sechs Wochen ungefähr 45 000 Dollar allein für die Unterkunft ausgegeben.

Jacob: Uns ist bewusst, dass das eine sehr hohe Summe ist, von der wir nie gedacht hätten, dass wir mal in der Lage sein würden, diese auszugeben. Rückblickend war es das Investment auf jeden Fall wert, weil wir durch die Zeit dort um mehrere Millionen Follower gewachsen und sowohl privat als auch beruflich viele neue Bekanntschaften und Freundschaften entstanden sind.

Sprechen wir zuletzt über eure Zukunft: Welche finanziellen Ziele habt ihr?

Tim: Priorität Nummer eins ist, niemals diese Freundschaft aus den Augen zu verlieren. Ohne die Freundschaft wäre das hier alles nie passiert. Wir leben jetzt schon ein Jahr zusammen und wollen so weitermachen wie bisher. Wir wollen als Freundesgruppe mit unserer eigenen Firma noch viele weitere Projekte umsetzen.

Jacob: Was wir auch vermehrt machen wollen, ist, das Geld, das wir mit unserer Firma einnehmen, für gute Zwecke zu nutzen. Verdient man viel Geld, sollte man davon auf jeden Fall auch etwas zurückgeben.

Dieser Text stammt aus unserer Ausgabe 4/22. Auch Gregor Gysi und Claudia Obert haben darin mit uns über Geld gesprochen. Außerdem haben wir Streetwear-Legende Karl Kani getroffen und unseren Reporter Dolce Vita auf der Modemesse Pitti Immagine Uomo genießen lassen. Hier geht es zur Bestellung – oder ihr schaut am Kiosk eures Vertrauens vorbei.

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