Productivity & New Work Unternehmen müssen sich immer mehr ins Zeug legen, um Angestellte zu finden

Unternehmen müssen sich immer mehr ins Zeug legen, um Angestellte zu finden

Die Wirtschaftslage sieht nicht rosig aus – für Arbeitnehmer:innen gilt aber das Gegenteil: Unternehmen sind so versessen auf gute Leute, dass sie sich immer mehr ins Zeug legen müssen.

Kurz gesagt müssen die Unternehmen es den potenziellen Bewerber:innen dabei maximal einfach machen, sich zu bewerben. Das bestätigt jetzt wieder eine Studio. Die Firma Onlyfy, die wie Xing zu New Work SE gehört, ließ dafür 500 Personalverantwortliche von Forsa befragen, in Unternehmen ab 50 Mitarbeitenden.

Personalmangel nimmt zu

Zwei von drei der Befragten gehen davon aus, dass es in Zukunft schwerer wird, geeignete Mitarbeitende zu finden. In größeren Unternehmen ist die Sorge dabei verbreiteter. 78 Prozent der Personaler:innen in Firmen ab 250 Mitarbeitenden erwarten, dass die Suche noch schwieriger wird.

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Dranbleiben!..?

Ein weiteres Problem: die Frustrationstoleranz im Bewerbungsprozess selbst. Denn viele springen ab, wenn es umständlich wird. Etwa ein Viertel der Befragten sagte, es sei oft oder sehr oft vorgekommen, dass die Interessent:innen es sich im Prozess noch anders überlegten.

Das Abspringen gehört offenbar zum Recruiting dazu. 90 Prozent der HR-Leute sagen, dass es im vergangenen Jahr vorgekommen sei (ohne Angabe der Häufigkeit).

Umkehr der Machtverhältnisse

„Die Machtverhältnisse am Arbeitsmarkt haben sich verschoben. Unternehmen haben nicht mehr die Trümpfe in der Hand. Heute bewerben sich Unternehmen bei Talenten, nicht Talente um Jobs“, erklärt Frank Hassler, Vorstandsmitglied der Xing-Mutterfirma, zuständig für den Bereich Personalsuche.

„Unternehmen haben hier wenig Spielraum für Fehler und müssen sehr genau schauen, wie sie ihr Recruiting zeitgemäß und strategisch aufstellen“, sagt Hassler.

Was kann man dagegen tun?

Active Sourcing, Talent Pooling, Retention Management… Die Ideen der Personalverantwortlichen müssen wir erst mal übersetzen, dann ist es auch gar nicht so kompliziert. Sich selbst auf die Suche machen, ein Netzwerk potenzieller Kandidat:innen aufbauen, Mitarberiter:innenbindung… 

Fast zwei von drei der Befragten finden, dass Maßnahmen wie eine gute Kantine, Flexibilität beim Arbeitsort oder Weiterbildung wichtiger werden. Nur etwas weniger (64 Prozent) glauben, dass die aktive Ansprache von Kandidat:innen wichtiger wird. In den größeren Unternehmen stimmten allerdings zehn Prozent mehr der Aussage zu.

Ciao, Papierbewerbung

Die Idee, einen Drucker benutzen zu müssen, ja nur eine Mail senden zu müssen, schreckt viele von der Bewerbung ab. 56 Prozent der Befragten wollen sie einfacher und informeller gestalten: mit Bewerbungen über Social Media oder Messenger. In den Unternehmen ab 250 Leuten sind sogar fast drei von vier interessiert an neuartigen Recruitingkanälen.

Übrigens sei es nicht das Gehalt, dass Mitarbeitende am ehesten zum Bleiben bewegt, sondern die Personaler:innen nennen am häufigsten weichere Faktoren wie die allgemeine Jobzufriedenheit.

Wir würden allerdings sagen: Mit einer schönen Erhöhung im neuen Jahr steigt bei uns auch gleichzeitig die Zufriedenheit!

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