Leadership & Karriere Spa, 35-Stundenwoche, Tattoos: Hotels locken mit Luxus-Perks für Mitarbeitende

Spa, 35-Stundenwoche, Tattoos: Hotels locken mit Luxus-Perks für Mitarbeitende

Man hört es landauf, landab: Hotels und Gastro finden einfach niemand, die oder der bei ihnen arbeiten möchte. Die Branche gilt als stressig, autoritär, unterbezahlt.

Hoteliers wie Marcel Gutheinz aus Österreich versuchen da mit neuen Ansätzen entgegenzuwirken. In seinem Unternehmen gibt es gratis Leihautos, Weiterbildung, Mitarbeitendenunterbringung und -essen, sowie, aufgepasst: Spa-Abende.

Der SZ sagte er: „Das ist aber nur die Basis. Das Entscheidende ist eine gute Atmosphäre.“ Für ihn seien zufriedene, gut bezahlte Angestellte wichtiger als zehn weitere Saunen. Wenn sich die Mitarbeitenden wohlfühlen, kommt das auch den Besucher:innen zugute.

Tattoos und 35-Stunden-Woche

Auch die Hotelkette Ruby mit Standorten in verschiedenen deutschen Städten und anderen Ländern Europas hat in letzter Zeit mehrfach auf ihre ungewöhnlichen HR-Maßnahmen hingewiesen.

Zuerst hieß es, dass Mitarbeitende sich 500 Euro für ein Tattoo, Haarschnitt oder Piercing sichern könnten. Daraufhin seien die Bewerbungen um 25 hochgegangen, selbst CNN berichtete. Klar, teilweise Aufmerksamkeitskampagne sei das auch, erklärte Ruby-HR-Chefin Uta Scheuer (sie ist selbst tätowiert).

Seit Oktober gilt außerdem eine 35-Stundenwoche für alle Mitarbeitenden „in den Hotels, Workspaces und in der Reservierung (…) bei gleichbleibendem Gehalt“. Das sei in der Branche einmalig, heißt es in einer Mitteilung.

Die 35-Stundenwoche kommt heute eher denjenigen zugute, die noch die Konditionen älterer Tarifverträge haben. Attraktiv ist auch, dass weiterhin 40 Stunden möglich sind. Die im Vergleich zu den 35 angesammelten Überstunden können in Geld oder Urlaub abgegolten werden.

Daneben kündigten die Ruby Hotels ein großzügiges Workation-Modell an. Zehn Tage im Jahr sollen die Mitarbeitenden für Team-Trips verwenden können. Und seit dem neuen Jahr werden sie an den Gewinnen des Unternehmens beteiligt.

Übrigens seien kaum Anfragen für Haarschnitte oder Piercings eingegangen, erklärte Uta Scheuer. Wenn schon, dann Tattoo.

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