Life & Style Tarantinos letzter Film soll von dieser legendären Filmkritikerin handeln

Tarantinos letzter Film soll von dieser legendären Filmkritikerin handeln

Nach der einen oder der anderen Regel müsste es sein letzter Film sein: Quentin Tarantino wird noch diesen Monat sechzig. Und er hat neun Filme gemacht – dabei werden die Kill Bills schon als einer gerechnet.

Seinen eigenen Ankündigungen zufolge will er mit sechzig aufhören und nicht mehr als zehn Filme machen. Deshalb ist die Aufregung um ein neues Projekt groß.

„The Movie Critic“ lautet der Titel des Skripts. Es soll im Herbst umgesetzt werden, berichtet der Hollywood Reporter.

Details sind geheim. Aber es soll sich um die Geschichte einer weiblichen Hauptfigur handeln, die in den 70er Jahren spielt.

Damit liegt es nahe, dass Pauline Kael im Mittpelunkt des Films stehen könnte, die Tarantino bewundert. Die legendäre Filmkritikerin starb 2001. Sie arbeitete etwa für den „New Yorker“.

Im Film nichts verloren

Auch mit ihrem Buch, einer Sammlung von Kritiken, hatte sie Erfolg. „I Lost It at the Movies“ lautete dessen Titel und ein Journalist urteilte:

„Ich bin nicht sicher, was genau Miss Kael im Kino verloren hat, aber ganz sicher nicht ihren Witz. Ihre gesammelten Besprechungen bestätigen, […] dass sie die gescheiteste, scharfsinnigste, einfallsreichste und unaffektierteste Filmkritikerin ist, die derzeit in den USA tätig ist.“

Später versuchte sie sich als Produzentin, war aber die Gepflogenheiten Hollywoods nicht gewohnt. Und es häuften sich kritische Stimmen, die ihr vorwarfen, zu unkritisch mit Filmemacher:innen umzugehen.

Kael fand oft einen ungewöhnlichen Zugang, mal mehr, mal weniger kritisch. Über Top Gun schrieb sie zum Beispiel: „Der Film ist ein glänzendes homoerotisches Commercial: Die Piloten stolzieren durch den Umkleideraum, die Handtücher hängen gefährlich tief unter ihren Taillen. Es ist, als sei Männlichkeit durch einen halb bekleideten jungen Mann neu definiert worden und als sei es Narzissmus, was einen Krieger ausmacht.“

David Lynch bezeichnete sie einen „populistischen Surrealisten“.

Harte Urteile für Begabte

Dass Tarantino ein Fan von Pauline Kael ist, ist schon lange bekannt. In einem Interview zitierte er sie mal ehrfürchtig:

„Ich kann mich an eine Besprechung erinnern, die Pauline Kael über das große Epos eines Regisseurs geschrieben hat. Darin hieß es sinngemäß: Es erscheint vielleicht ungerecht, einen begabten Mann härter zu beurteilen, wenn er sich an etwas Großem versucht, als einen weniger begabten Menschen, der etwas Einfacheres macht. Aber wenn man sich an großen Dingen versucht, geht man auch große Risiken ein, und wenn man sich an etwas versucht, was einen vielleicht überfordert, sodass man es nicht ganz zustande bringt, dann sehen wir auf einmal Mängel, wo wir zuvor nur Begabung gesehen haben.“

An diesem Anspruch wird sich Tarantino also jetzt erst recht messen müssen.

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