Female Entrepreneurship Studie zeigt: Kind und Haushalt ist noch immer Frauensache

Studie zeigt: Kind und Haushalt ist noch immer Frauensache

Mehr Zeit für die Familie wünschen sich sowohl Männer als auch Frauen nach der Geburt eines Kindes. Trotzdem gehen noch immer mehr als doppelt so häufig die Mütter in Elternzeit, während ihre Partner weiterarbeiten – und kümmern sich auch häufiger um das Kind und den Haushalt.

Das ermittelte eine Studie der IU Internationale Hochschule. Diese untersuchte, wie sich 4.480 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland die Elternzeit aufteilen und sich in Bezug auf Familie und Beruf organisieren. Nach den Ergebnissen der Studie steht es um die Gleichberechtigung in Partnerschaften mit Kindern nicht so, wie erhofft.

Wunsch nach Flexibilität

Beide Geschlechter möchten nach der Geburt eines Kindes mehr Zeit für die Familie haben: 67,3 Prozent der Frauen und 66,8 Prozent der Männer sehen das so. Flexibilität in der Arbeitsgestaltung wünschen sich wohl auch deshalb circa 95 Prozent aller Befragten.

Dass Männer trotzdem seltener Elternzeit nehmen, könnte auch an einem finanziellen Druck liegen. Denn während nur 26,7 Prozent der Mütter mehr Geld verdienen möchten, um dem Kind einen bestimmten Lebensstandard zu ermöglichen, haben 42,5 Prozent der Väter diesen Anspruch an sich selbst.

Kind über Karriere

Wenn es um die Karriere geht, dann opfern Frauen mehr als 3-mal so häufig eine Führungsposition aufgrund des Kindes: 11,4 Prozent der befragten Mütter haben das bereits getan und nur 3,2 Prozent der Väter.

Allgemein arbeiten Frauen für ihre Kinder weniger als Männer, auch, weil sie häufiger Elternzeit nehmen. 71,3 Prozent der Mütter und nur 28,3 Prozent der Väter haben sich bereits einmal Elternzeit genommen. Allein oder mehrheitlich in Elternzeit waren dabei 18,9 Prozent der befragten Männer – bei Frauen waren es hingegen 96,1 Prozent.

Und das liegt nicht an den Unternehmen. So empfinden 68,6 Prozent der Frauen und 67,3 Prozent der Männer, dass sie durch ihre Arbeitgebenden bei der Elternzeit gut unterstützt werden, wobei trotzdem fast jede zweite Frau Nachteile durch die Elternzeit in Bezug auf Karriere und Geld befürchtet. Männer machen sich dahingehend nicht so große Sorgen wie ihre Partnerinnen. Es bleibt zu hoffen, dass sich auch durch die Einführung des Vaterschaftsurlaubs im Jahr 2024 die Aufteilung zwischen Müttern und Frauen bei der Elternzeit verändert und fairer wird.

Haushalt und Care-Arbeit = Frauensache?

Doch wie die Studie zeigt, nehmen Mütter nicht nur öfter Elternzeit, sondern sind grundsätzlich häufiger für die Care-Arbeit und auch den Haushalt zuständig.

So übernehmen sieben von zehn Frauen alles oder das meiste der Care-Arbeit – bei den Männern tun das nur zwei von zehn Befragten. Interessant ist dabei, dass die Einschätzung über die Aufteilung der Care-Arbeit für Männer anders ist als für Frauen. So empfinden 23,8 Prozent der befragten Frauen die Aufteilung der Care-Arbeit als fair, während das bei den Männern 37 Prozent empfinden.

Ähnliche Tendenzen zeigen sich auch beim Haushalt. So übernehmen 54,5 Prozent der Frauen und nur 15,7 Prozent der Männer das meiste oder alles im Haushalt. Und auch hier sind die Empfindungen verschieden: 40,8 Prozent der Frauen empfinden den Haushalt als fair aufgeteilt, während es bei den Männern 58,2 Prozent sind.

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