Personal Finance So teuer ist eine Mitarbeiterkündigung für Unternehmen

So teuer ist eine Mitarbeiterkündigung für Unternehmen

Der Personalmanagement-Experte Marcus Hein schätzt, dass Unternehmen durchschnittlich 43.000 Euro pro Kündigung zahlen müssen. Diese Kosten, bekannt als „Fluktuationskosten“, variieren je nach Position des Mitarbeitenden. 

Ein neuer Job ist für Mitarbeitende oft aufregend, aber laut einer Studie einer deutschen Recruiting-Firma lässt die Euphorie bereits nach einem halben Jahr nach. Etwa jeder fünfte Mitarbeitende verlässt den neuen Arbeitgebenden während der Probezeit.

Es gibt verschiedene Gründe für Kündigungen: Die Arbeitsatmosphäre passt nicht, es gibt bessere Angebote oder die Erwartungen werden nicht erfüllt. Nicht nur neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verlassen das Unternehmen, auch langjährige Mitarbeitende entscheiden sich manchmal für einen Wechsel. Dies belastet die Unternehmen finanziell, da die Kosten für den Austritt und die Rekrutierung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bis zu 35 Prozent des Jahresgehalts des ehemaligen Mitarbeitenden betragen können.

Die Fluktuationskosten setzen sich aus mehreren Punkten zusammen:

1. Kosten für den Austritt eines Mitarbeitenden: Dazu gehören Resturlaubstage, Gehaltsfortzahlung während der Freistellung und gegebenenfalls Anwalts- und Gerichtskosten. Auch Vertretungskosten müssen berücksichtigt werden.

2. Rekrutierungskosten für die Suche nach neuem Personal: Hierunter fallen Stellenanzeigen, externe Personalberatungsfirmen, Bewerbungsgespräche und Reisekosten.

3. Eintrittskosten für den neue Mitarbeitende: Dazu gehören Umzugskosten, Wohnungssuche und mögliche Hotelkosten.

4. Einarbeitungs- und Schulungskosten für das neue Personal: Neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter benötigen Schulungen sowie Mentorinnen und Mentoren, was zusätzliche Kosten verursacht.

5. Opportunitätskosten: Diese entstehen durch Verzögerungen bei laufenden Projekten aufgrund von Mitarbeiterwechseln.

Die Gesamtkosten für Fluktuation können zwischen 43.000 und 175.000 Euro liegen, abhängig von der Position, der Branche und der Unternehmensgröße. Um diese Kosten zu minimieren, sollten Unternehmen den Arbeitsplatz attraktiver gestalten und eine unterstützende Arbeitsumgebung schaffen.

Es ist ratsam, die Gründe für Kündigungen zu verstehen, um zukünftig besser auf die Bedürfnisse der Mitarbeitenden eingehen zu können. Dazu können Unternehmen Abschlussgespräche führen und Feedback einholen, auch nachdem eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter bereits gekündigt hat. Es ist wichtig, einfühlsam vorzugehen, um Schuldzuweisungen zu vermeiden und eine offene Kommunikation zu ermöglichen.

Das könnte dich auch interessieren

Von Geld bis Know-How: Venture Capital vs. Venture Builder Innovation & Future
Von Geld bis Know-How: Venture Capital vs. Venture Builder
Money, money, money – Die (plausible) Wahrheit über Prioritäten bei der Berufswahl junger Menschen Personal Finance
Money, money, money – Die (plausible) Wahrheit über Prioritäten bei der Berufswahl junger Menschen
Studie zeigt: Erhöhung des Mindestlohns gleicht Inflation aus Personal Finance
Studie zeigt: Erhöhung des Mindestlohns gleicht Inflation aus
Diese vier Fragen solltest Du beantworten können, wenn Du über das Bürgergeld diskutierst Personal Finance
Diese vier Fragen solltest Du beantworten können, wenn Du über das Bürgergeld diskutierst
Wirtschaft pfui, Börse hui: Wieso sich Aktionäre in der derzeitigen Krise eine goldene Nase verdienen Personal Finance
Wirtschaft pfui, Börse hui: Wieso sich Aktionäre in der derzeitigen Krise eine goldene Nase verdienen