Innovation & Future IQ-Tests und KI: Ist die Künstliche Intelligenz bald schlauer als wir?

IQ-Tests und KI: Ist die Künstliche Intelligenz bald schlauer als wir?

Die Frage, ob Künstliche Intelligenz (KI) klüger ist als der Mensch, beschäftigt uns seit langem. Nun gibt es endlich einen Test, der Licht ins Dunkel bringen soll.

Vor Kurzem wurden Matrix-IQ-Tests an KI-Systemen durchgeführt. Dabei fielen verschiedene KI-Systeme bei mehreren verschiedenen Tests durch. Sind die KIs also doch nicht so schlau, wie von manchen befürchtet? Oder ist das Scheitern schlicht auf „schlechtes Denken“ zurückzuführen?

Bringt ein Intelligenztest für Blinde Licht ins Dunkle?

Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, wurde eine verbale Übersetzung des 35-Fragen-Matrix-IQ-Tests von Mensa Norway entwickelt. Dabei sollte jedes zu lösende Problem so präzise beschrieben werden, dass theoretisch sogar eine intelligente blinde Person die Frage exakt zeichnen könnte.

Jede KI absolvierte den Mensa-Norway-Test zweimal, um etwaige Unterschiede auszugleichen. Die Angabe der „Questions right“ zeigt die durchschnittliche Anzahl korrekter Antworten über beide Testdurchläufe an. Aus diesen Daten wurde ein entsprechender IQ Score ermittelt. Die ermittelte Rangliste gibt also Aufschluss darüber, welche KIs durch einen hohen IQ am produktivsten sein könnten und regt dazu an, über die Fähigkeiten und das existenzielle Risiko von KI nachzudenken:

Erkenntnis 1: Der IQ steigert sich in rasantem Tempo

Nach der ausführlichen Beschreibung der Fragen konnte ChatGPT-4 plötzlich von „nicht bewertbar“ auf einen IQ von 85 kommen. Doch das Ergebnis von Claude-3 ist wirklich bemerkenswert.

Die KI hat sich kontinuierlich verbessert: Claude-1 war praktisch nicht besser als ein Zufallsgenerator und erzielte 6 richtige Antworten, was einem IQ von ~64 entspricht. Claude-2 verbesserte sich pro Test um weitere 6 Punkte (insgesamt ~82 IQ-Punkte). Claude-3 erreichte weitere 6,5 Punkte, was ~19 zusätzlichen IQ-Punkten entspricht und ihn über den menschlichen Durchschnitt (ca. 101 IQ-Punkte) hebt.

Beeindruckend ist dabei auch zu sehen, wie stark sich die KI in einer sehr kurzen Zeit verändern kann. So wurden die Claude-Versionen zu folgenden Daten veröffentlicht:

Claude-1 im März 2023

Claude-2 im Juli 2023

Claude-3 im März 2024

Innerhalb weniger Monate konnte die KI also ihren IQ extrem steigern. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, könnte Claude bereits in vier bis zehn Jahren in der Lage sein, alle Fragen zu beantworten und wäre somit intelligenter als die Mehrheit der Menschen. Auch der unaufhaltsame Fortschritt des „Mooreschen Gesetzes“ – nach dem sich die Rechenleistung pro Fläche alle zwei Jahre verdoppelt – lässt darauf schließen, dass diese Muster durchaus eine gute Chance haben, sich fortzusetzen.

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