Leadership & Karriere Die Zukunft des Recruitings: Wie Unilever durch KI die Mitarbeitersuche revolutioniert

Die Zukunft des Recruitings: Wie Unilever durch KI die Mitarbeitersuche revolutioniert

Der Einsatz von KI gleicht einem Hype. Diesem zu entgehen, gestaltet sich aktuell eher schwierig. So erkennen auch Unternehmen verschiedener Branchen die Vorteile von KI und nutzen diese gezielt, um verschiedene Geschäftsprozesse zu optimieren. Bei Unilever wird der Bewerbungsprozess nun zu einem kleinen Erlebnis – Vorhang auf für die Künstliche Intelligenz im Recruiting.

Unilever beschäftigte im Jahr 2023 rund 128.000 Mitarbeitende weltweit. Jährlich landen bis zu 250.000 Bewerbungen auf den Tischen der Personalabteilung des Unternehmens. Diese zu bearbeiten, erfordert eine enorme Menge an Zeit und Ressourcen. Als multinationale Marke, die in 190 Ländern tätig ist, sitzen Bewerber und Bewerberinnen auf der ganzen Welt. Die richtigen Personen zu finden, ist ein wesentlicher Bestandteil des Erfolgs. Daher kann und will Unilever es sich nicht leisten, Talente zu übersehen, die unter einem Stapel von Lebensläufen begraben sind.

KI-Systeme schaffen hierbei Abhilfe. Wie genau dies funktioniert, das zeigen wir hier.

Zeitersparnis durch KI-gestütztes Recruiting

Um das Problem zu lösen, hat Unilever zusammen mit Pymetrics, einem Spezialisten für KI-Recruiting, eine Online-Plattform entwickelt, die das Recruiting um ein Vielfaches vereinfacht.

Zunächst werden Bewerbende gebeten, eine Reihe von Spielen zu spielen, die ihre Qualifikation, ihr logisches Denken und ihre Risikobereitschaft testen. Anschließend werden Algorithmen des maschinellen Lernens eingesetzt, um ihre Eignung für die Stelle, auf die sie sich beworben haben, zu bewerten, indem ihre Profile mit denen früherer erfolgreicher Mitarbeitenden verglichen werden.

In der zweiten Phase des Prozesses wird ein Videointerview geführt. Auch in diesem Fall ist die bewertende Instanz kein Mensch, sondern ein maschineller Lernalgorithmus. Diese KI-Algorithmen prüfen die Videos der Bewerber und Bewerberinnen, die etwa 30 Minuten lang Fragen beantworten. Anschließend bestimmt die KI durch eine Mischung aus natürlicher Sprachverarbeitung und Körpersprachanalyse, welche Person wahrscheinlich gut passt.

Dank dieses automatisierten Screening-Systems konnten rund 75 Prozent der Arbeitsstunden für die Befragung und Beurteilung von Kandidaten und Kandidatinnen eingespart werden.

Recruiting von Führungskräften

Bei der Rekrutierung von Führungskräften läuft der Prozess etwas anders ab. Unilever arbeitet in diesem Fall mit einer Reihe von Partnern und Partnerinnen zusammen und nutzt eine Menge proprietärer Technologien. So werden rund 3.500 Kandidatinnen und Kandidaten ausgewählt, die in ein Discovery Center geschickt werden. Nachdem sie im Rahmen dessen einen Tag mit realen Führungskräften und Personalverantwortlichen verbracht haben, wählt das Unternehmen etwa 800 Personen aus, denen eine Stelle angeboten wird.

Das System ist außerdem so konzipiert, dass es allen Bewerbern und Bewerberinnen ein Feedback gibt – auch denen, die nicht erfolgreich sind. Das ist ein sehr großer Vorteil des Systems, denn die meisten Jobsuchenden haben bereits erlebt, dass sich Unternehmen im Prozess einfach nicht zurückmelden.

Unilever ist zwar noch nicht so weit, den gesamten Einstellungsprozess an Maschinen zu übergeben, zeigt jedoch, dass KI durchaus in der Lage sein kann, Geschäftsprozesse zu verschlanken.

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