4,9 Prozent für die CDU: Merz bleibt, Nachfolgedebatte beginnt
Erstmals fliegt die CDU aus einem Landtag: 4,9 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern. Merz bleibt Kanzler, doch die Nachfolgefrage ist eröffnet.
Die CDU kommt in Mecklenburg-Vorpommern nach Auszählung aller Wahlbezirke auf 4,9 Prozent und verpasst damit erstmals in ihrer Geschichte den Einzug in ein Landesparlament, wie Handelsblatt berichtet. Die AfD gewinnt die Wahl mit 38,2 Prozent und verdoppelt ihr Ergebnis von vor fünf Jahren fast.
Die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig erreicht 35,5 Prozent, die Linke 6,5 Prozent, die Grünen 5,7 Prozent. Auch das BSW scheitert mit 4,8 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde. Rechnerisch bliebe für eine Regierungsbildung nur ein Bündnis aus SPD, Linken und Grünen mit einer Mehrheit von drei Sitzen.
Ein Landesverband verschwindet
Der Absturz kommt nicht aus dem Nichts. Schon 2006 rutschte die CDU unter Angela Merkel unter 30 Prozent, 2016 erstmals unter 20 Prozent, 2021 auf 13,3 Prozent, wie Handelsblatt rekonstruiert. Seit Friedrich Merz in Berlin regiert, ging es weiter bergab.
Der frühere Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier reagierte auf X nach eigenen Worten „bestürzt und fassungslos wie nie zuvor“, wie Handelsblatt zitiert. Merz selbst erklärte laut Handelsblatt, die Landespartei sei im Wahlkampf zwischen der Polarisierung von SPD und AfD „zerrieben“ worden; eine Deutung, die die Verantwortung nicht allein bei der Bundespolitik verortet.
Präsidium verwirft Rücktritt
Im Konrad-Adenauer-Haus hatte man vorsorglich eine TV-Wand mit Flaggen aufgebaut, bevor Merz kurz nach 18 Uhr vor die Presse trat. Zuvor hatte er Ministerpräsidenten und Präsidium zu einer Krisensitzung geladen. Ein Teilnehmer berichtete Handelsblatt, Merz habe indirekt ein Rücktrittsangebot signalisiert; die Runde habe das Szenario aber als „unverantwortlich“ verworfen, weil eine Trennung von Parteivorsitz und Kanzlerschaft wie in Merkels letzten Regierungsjahren für Unruhe sorgen würde.