4,9 Prozent für die CDU: Merz bleibt, Nachfolgedebatte beginnt
Merz verkündete anschließend öffentlich, Kanzler und Parteichef zu bleiben: „Was jetzt zu tun ist, erfordert Rückgrat, Standhaftigkeit und Geduld“, sagte er. Acht CDU-Ministerpräsidenten und Fraktionschef Thorsten Frei hatten ihm zuvor bereits öffentlich Rückhalt zugesichert.
Wüst zögert, Söder winkt ab
Als aussichtsreichster Nachfolger gilt Hendrik Wüst, Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen. Er soll laut Handelsblatt gezögert haben, nach Berlin zu wechseln, auch weil im April 2027 in seinem Bundesland gewählt wird und er dort in Umfragen deutlich führt. Zudem sorge er sich, wie Merz bei einer Kanzlerwahl im Bundestag im ersten Durchgang keine Mehrheit zu erhalten.
CSU-Chef Markus Söder wiederum weist einen eigenen Wechsel öffentlich zurück und lehnt einen Sturz von Merz durch die CSU ab; ein Rückzug, den manche in der Union als taktisches Zuwarten deuten. Bundesweit liegen CDU und CSU laut Handelsblatt nur noch bei 20 Prozent, während in den kommenden Monaten fünf weitere Landtagswahlen anstehen.
Business Punk Check
Die CDU hat in Mecklenburg-Vorpommern nicht nur eine Wahl verloren, sondern zum ersten Mal überhaupt den Anschluss an ein Landesparlament. Merz übersteht den Abend ohne Rücktritt, doch die Debatte über seine Nachfolge ist damit nicht beendet, sondern erst eröffnet; Wüst zögert, Söder winkt ab und niemand in der Partei hat bislang einen Plan B mit Mehrheit.
Wer die Verantwortung sucht, findet mehrere Adressen: Merz selbst spricht von einem Zerreiben zwischen SPD und AfD im Landeswahlkampf, nicht von einem reinen Bundesversagen. Das entlastet ihn kurzfristig, löst aber das strukturelle Problem nicht, dass CDU und CSU bundesweit bei nur noch 20 Prozent liegen. Ob die Partei mit dieser Ambivalenz durch fünf weitere Landtagswahlen im kommenden Jahr kommt, bleibt offen.
Auf einen Blick
- Die CDU kommt in Mecklenburg-Vorpommern auf 4,9 Prozent und verpasst erstmals in ihrer Geschichte den Einzug in ein Landesparlament.
- Die AfD gewinnt die Wahl mit 38,2 Prozent, die SPD erreicht 35,5 Prozent, während CDU und BSW an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern.
- Das CDU-Präsidium verwarf laut Insidern ein von Merz indirekt angebotenes Rücktrittsszenario als „unverantwortlich“.
- Hendrik Wüst gilt als möglicher Nachfolger, zögert aber wegen der NRW-Wahl 2027, während Markus Söder einen eigenen Wechsel ablehnt.
Quellen: WirtschaftsWoche, Handelsblatt, KI-unterstützt