6x schneller – Microsoft und Nvidia gegen Apple: Ist das MacBook Pro jetzt alt?
Microsoft positioniert seinen neuen Surface Laptop Ultra mit Nvidia-Chip und Preisen ab 2.600 Dollar direkt gegen das MacBook Pro; lokale KI-Agenten inklusive.
Satya Nadella hat sein teuerstes Surface-Modell aller Zeiten vorgestellt und gleich den direkten Vergleich zu Apple mitgeliefert. Auf einer Bühne in San Francisco präsentierten Nadella und Nvidia-Chef Jensen Huang am Mittwoch den Surface Laptop Ultra, der laut Firmenangaben lokale KI-Anfragen doppelt so schnell beantwortet wie das MacBook Pro M5.
Bei der Videogenerierung soll das Gerät sogar sechsmal so schnell sein. Zusammen bringen Microsoft und Nvidia nach Berechnung des Handelsblatt rund 9,6 Billionen Dollar Marktkapitalisierung auf die Bühne. Nadella bezeichnete die neue Plattform als „die sicherste Plattform für Agenten“, die man bauen wolle.
Nvidia-Chip treibt lokale KI
Das Herzstück der neuen Surface-Generation ist Nvidias RTX-Spark-Chip, der laut TechCrunch so konzipiert ist, dass anspruchsvolle KI-Modelle direkt auf dem Gerät laufen: ohne Cloud-Anbindung und ohne laufende Kosten. Möglich macht das eine Kombination aus CPU, GPU, Unified Memory und verbesserter Kühlung. Microsoft bietet den Laptop in zwei Basisvarianten an: ab 2.600 Dollar mit dem kleineren Chip, ab 3.700 Dollar mit der leistungsstärkeren Variante.
Mit mehr Arbeitsspeicher und Speicherplatz steigt der Preis auf bis zu 5.900 Dollar, was laut Handelsblatt-Umrechnung über 5.200 Euro entspricht. Das Topmodell war laut Microsoft bei Vorstellung bereits ausverkauft. Der Nvidia-Chip war bereits im Juni angekündigt worden, als sich Microsoft laut TechCrunch gemeinsam mit mehreren PC-Herstellern auf KI- und agentenfähige Windows-Geräte auf Basis der RTX-Spark-Architektur verständigt hatte, ohne dass damals konkrete technische Details vorlagen.
Windows wird Agenten-Plattform
Parallel zur Hardware hat Microsoft eine überarbeitete Version von Windows 11 vorgestellt, die eine neue Funktion namens „Execution Containers“ enthält. Diese soll laut TechCrunch das Sandboxing von KI-Agenten erleichtern und steht allen Windows-11-Nutzenden zur Verfügung. Nadella erklärte dazu, man habe in den vergangenen drei bis vier Jahren erkannt, dass ein Modell allein wenig bringe: Es brauche Orchestrierung sowie eine Gedächtnisschicht außerhalb des Modells, die mehrere Modelle, Kontext und Handlungsspielraum zusammenführe.
Diese Infrastruktur stehe nicht nur Microsofts eigenen Apps offen, sondern allen Agenten-Entwicklungen, so Nadella. Huang ergänzte, man habe den PC „komplett neu erfunden“. Damit positioniert Microsoft Windows nicht mehr nur als Betriebssystem für Anwendungen, sondern als Laufzeitumgebung für autonome Software-Agenten, die Aufgaben wie Programmierung oder komplexe Geschäftsprojekte übernehmen sollen.
Entwickler als Zielgruppe
Die Stoßrichtung der neuen Geräte ist klar auf Entwickelnde ausgerichtet. Microsoft bietet bis zu 1.000 Dollar Rabatt für alle, die ein MacBook Pro in Zahlung geben, da Macs laut TechCrunch besonders im Silicon-Valley-Umfeld bei KI-Agenten-Enthusiasten beliebt sind.
Zusätzlich bringt Microsoft mit der Surface RTX Spark Dev Box eine Workstation ab 6.000 Dollar auf den Markt, die mit Entwicklerwerkzeugen wie VS Code, GitHub Copilot CLI, WSL und PowerShell 7 ausgestattet ist. Microsoft betont zudem, dass die leistungsstarke Grafikverarbeitung auch Content-Erstellung, Videobearbeitung und Gaming ermögliche. Auch Dell zog am selben Tag nach und kündigte sein XPS 16 Creator Edition mit RTX-Spark-Chip für 3.800 Dollar an, verfügbar zur Vorbestellung bei Best Buy mit Lieferung im Oktober.
Business Punk Check
Microsoft und Nvidia verkaufen einen Plattformanspruch: Windows soll zum Betriebssystem für KI-Agenten werden, während Apple bislang auf geschlossene Ökosysteme setzt. Die Tempo-Versprechen gegenüber dem MacBook Pro M5 stammen von Microsoft selbst und sind bislang nicht unabhängig verifiziert.
Ob sich Entwickelnde tatsächlich von Macs weg- und zu Surface-Geräten hinlocken lassen, entscheidet sich nicht an der Keynote, sondern am Alltag: Wer für über 5.200 Euro kauft, erwartet mehr als Marketingzahlen. Der Rabatt fürs MacBook-Pro-Trade-in zeigt immerhin, wie ernst Microsoft die Konkurrenz nimmt.
Auf einen Blick
- Microsoft hat den Surface Laptop Ultra mit Nvidia-RTX-Spark-Chip vorgestellt, der Preise zwischen 2.600 und 5.900 Dollar aufruft.
- Das Gerät soll laut Microsoft lokale KI-Anfragen doppelt so schnell beantworten wie das MacBook Pro M5 und Videos sechsmal so schnell erzeugen.
- Windows 11 erhält mit „Execution Containers“ eine neue Funktion zum Sandboxing von KI-Agenten, die allen Nutzenden zur Verfügung steht.
- Microsoft bietet bis zu 1.000 Dollar Rabatt für den Umstieg von MacBook Pro auf Surface und bringt zusätzlich die Workstation Surface RTX Spark Dev Box ab 6.000 Dollar.
Quellen: TechCrunch, Handelsblatt, KI-unterstützt