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Personal Agent Protocol: Wird das der neue Standard für deinen persönlichen KI-Assistenten?

Ki Assistenten
Unsplash Ki Assistenten sollen beim Shopping helfen (Symbolbild).
Erschienen
Lesezeit3 Min · 693 Wörter

Meta und Sierra stellen mit dem Personal Agent Protocol einen eigenen Standard für KI-Shopping-Agenten vor. Walmart ist dabei, Amazon fehlt und das ist kein Zufall.

Walmart, Shopify, Stripe, Genesys, Rocket und Instinct haben sich dem Personal Agent Protocol (PAP) angeschlossen, das Meta gemeinsam mit dem KI-Start-up Sierra vorgestellt hat. Der offene Standard soll regeln, wie persönliche KI-Agenten wie Metas Muse sich bei Onlineshops, Banken oder Kundenservice-Stellen anmelden und was sie dort dürfen, wie heise berichtet. Technisch setzt PAP auf OAuth, das bekannte Prinzip hinter „Anmelden mit“-Buttons.

Unternehmen können demnach zwischen drei Zugangsstufen wählen: Website-Zugriff, Schnittstellen wie MCP oder OpenAPI, oder direkte Kommunikation mit dem hauseigenen Kundenservice-Agenten. Die Sitzung soll über alle Kanäle hinweg bestehen bleiben. Zusätzlich soll das Protokoll es Unternehmen laut heise ermöglichen zu beobachten, was Agenten auf ihrer Webseite tun, während Nutzende selbst entscheiden, ob das System nur lesen oder auch Aktionen ausführen darf.

Wer fehlt, sagt mehr als wer kommt

Amazon hatte Muse erst vor wenigen Wochen von seiner Plattform ausgesperrt, weil sich der Agent ohne Genehmigung Zugang verschafft habe, demnach. Mit PAP schreibt Meta nun selbst an den Spielregeln mit und holt sich ausgerechnet Walmart, Amazons größten Rivalen, ins Boot. Auch OpenAI, Anthropic und Google fehlen auf der Partnerliste, ebenso europäische Händler, Banken und Zahlungsanbieter.

Die Allianz liest sich damit weniger wie ein neutraler Industriestandard als wie eine Koalition gegen einen gemeinsamen Gegner. Wer PAP unterschreibt, positioniert sich zugleich gegen Amazons Zugriffspolitik für fremde Agenten. Sierra wurde vom früheren Salesforce-Co-Chef Bret Taylor mitgegründet und baut genau solche Kundenservice-Agenten für Unternehmen, was dem Protokoll zusätzliches Branchengewicht verleiht.

Drei Standards im Machtkampf ums Shopping

PAP ist nicht der einzige Versuch, den Agentenhandel zu ordnen. OpenAI hat mit Stripe das Agentic Commerce Protocol für Käufe direkt im Chatbot entwickelt, Google mit Shopify das Universal Commerce Protocol und Visa arbeitet mit Cloudflare am Trusted Agent Protocol, das Agenten gegenüber Händlern ausweisen soll, wie heise notiert. Shopify und Stripe sitzen dabei gleich bei mehreren konkurrierenden Initiativen am Tisch, auch bei Visas Protokoll.

Das zeigt: Noch kämpfen mehrere Lager um die Hoheit darüber, nach welchen Regeln KI-Agenten künftig einkaufen, bezahlen und mit Unternehmen kommunizieren. Wer den Standard setzt, kontrolliert langfristig auch die Daten- und Umsatzströme, die durch Agenten fließen. Ohne ein solches Protokoll nutzen Agenten Webseiten bislang oft wie Menschen, was nicht die effizienteste Lösung ist; ein API-Zugriff wäre deutlich schneller.

Noch fehlt fast alles

Der Standard steht erst am Anfang, denn bezahlen kann ein Agent über PAP vorerst nicht: Zahlungen, Push-Benachrichtigungen und fein abgestufte Berechtigungen sind laut Sierra erst als spätere Erweiterungen geplant. Ob aus dem Entwurf ein echter Industriestandard wird, hängt davon ab, ob sich auch Agenten anderer Anbieter und Händler jenseits von Metas Lager anschließen. Metas eigener Agent Muse soll künftig im Namen von Nutzenden einkaufen und Aktionen ausführen, was dem Protokoll aus Meta-Sicht unmittelbare praktische Relevanz verschafft.

Business Punk Check

Meta inszeniert PAP als offenen Standard, tatsächlich ist es ein geopolitisches Manöver im Agentenhandel: Wer Amazon aussperrt, bekommt mit Walmart prompt einen Verbündeten mit demselben Feindbild.

Fakt ist auch, dass OpenAI, Google und Visa eigene, konkurrierende Protokolle verfolgen, während zentrale Spezifikationsdetails von PAP noch unveröffentlicht sind. Offen bleibt, ob Unternehmen künftig mehrere konkurrierende Agenten-Standards parallel bedienen müssen oder sich ein Lager durchsetzt. Für Handelsplattformen entscheidet sich daran, wer den Zugang zu Kundschaft künftig kontrolliert, die ihre Einkäufe an Software delegiert.

Auf einen Blick

  • Meta und Sierra haben das Personal Agent Protocol vorgestellt, dem sich Walmart, Shopify, Stripe, Genesys, Rocket und Instinct angeschlossen haben.
  • Amazon fehlt als Partner, nachdem das Unternehmen Metas Agenten Muse zuvor von seiner Plattform ausgesperrt hatte.
  • Das Protokoll baut auf OAuth auf und bietet drei Zugangsstufen für den Website-, API- oder Kundenservice-Zugriff von Agenten.
  • Zahlungen sind über PAP vorerst nicht möglich und erst als spätere Erweiterung geplant.
  • Konkurrierende Standards von OpenAI, Google und Visa zeigen, dass noch kein einheitliches Protokoll für Agentenhandel existiert.

Quellen: Trendingtopics, Heise, KI-unterstützt

Portrait Uli Weißgerber

Uli Weißgerber

Seit über 25 Jahren bewegt er sich an der Schnittstelle von Medien, Marketing und Technologie. Stationen? Sport1, ProSiebenSat.1, Bertelsmann – er war beim Start von Sport1.de dabei hat unter anderem die erste Affiliate-Kampagne in Polen ausgerollt hat. Später hat er mit getperformance das erste TV-Performance-Tracking entwickelt und Marken wie Trivago ins Fernsehen katapultiert. Als Gesellschafter von Promipool wurde er Publisher und baute ein starkes, unabhängiges Content-Portfolio auf. Heute bringt er mit seinem Team und Partnern eigene, komplexe KI-Workflow-Lösungen in Verlage und Agenturen, die mehr können als Buzzwords – unter anderem steuern sie die komplette digitale Plattform von Business-Punk.com.