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Major Tom, können sie hören?

Major Tom, können sie hören?
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Lesezeit3 Min · 619 Wörter
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Die deutschen Flugtaxi-Pioniere Lilium und Volocopter stehen finanziell mit dem Rücken an der Wand. Sie brauchen Bürgschaften vom Land und Bund. Doch beide zögern, weil das Geschäftsmodell riskant ist. Jetzt erinnert „Major Tom“ alias Ex-Airbus-Chef Tom Enders an ein interessantes Vorbild. 

Sie sind eine Art Material gewordener Jungentraum: Die deutschen Flugtaxi-Unternehmen Lilium und Volocopter. Lilium aus München baut das erste senkrecht startende Elektroflugzeug, das bis zu sechs Passagiere befördern kann. Volocopter aus Bruchsal hat ein ähnliches Konzept, das Fluggerät gleicht allerdings mehr einem Hubschrauber, der elektrisch angetrieben wird und mit sowie ohne Pilot fliegen kann. Beides sind Pioniere der Luftfahrt, weil sie den Elektroantrieb in den Himmel bringen und das Fliegen über kurze Distanzen sauber und erschwinglich machen wollen. Sie erobern eine weitere Dimension der Mobilität.

Doch jetzt droht der Traum zu platzen. 

Beide Startups, die mit ihren rund zehn Jahren auf dem Buckel nun auch keine Anfänger mehr sind, aber den Begriff Startup geradezu als Beschreibung des Geschäftsmodells nutzen könnten, haben Geldsorgen. Sie haben deswegen staatliche Kreditbürgschaften in Höhe von jeweils 100 Millionen Euro beantragt, doch weder der Bund noch die Bundesländer haben bisher die Bürgschaftsurkunde unterschrieben, berichtet das Handelsblatt.

Volocopter braucht die Bürgschaft, um Geld zu bekommen, das wiederum nötig ist, um mit ihrem Flugtaxi Volocity in Serienproduktion gehen zu können. Ende Februar erhielt das Startup die nötige Genehmigung dafür vom Luftfahrtbundesamt. Volocopter wollte zum Beginn der Olympischen Spiele in Paris im Juli mit den ersten Fluggästen abheben. Verkehrsminister Peter Wissing schien zwischendurch bereit zu sein zu unterschreiben, aber passiert ist noch nichts.

Portrait Oliver Stock

Oliver Stock

Oliver Stock ist Herausgeber und Chefredakteur von Business Punk. Der studierte Volkswirt und Historiker sowie Autor mehrerer Bücher und Blogger (https://einbisschenbesser.de/) kennt die Welt der Politik, der Startups und der Unternehmen: Als Journalist arbeitet der 1965 in Hannover geborene Stock für focus online, die Schweizer Weltwoche und den Börsianer aus Wien. Er war Vize-Chef bei der Wirtschaftswoche und 16 Jahre beim Handelsblatt, als Korrespondent in Zürich, als Chef der Finanzzeitung in Frankfurt und die letzten fünf davon als Anführer von Handelsblatt online. Als Kommunikationschef von Ergo, Sprecher im Wirtschaftsministerium und Startup-Mitgründer kennt er auch die andere Seite.