Startup & Scaling OnZero in Helsinki: Vom Krypto-Miner zum Fernwärme-Lieferanten

OnZero in Helsinki: Vom Krypto-Miner zum Fernwärme-Lieferanten

Ein Wiener Start-up heizt künftig 70.000 Helsinkier Wohnungen mit Abwärme aus KI-Rechenzentren, während Wien sein eigenes Abwärme-Projekt beerdigt hat.

Ein Unternehmen aus Wien-Favoriten soll ab kommendem Jahr Wohnungen in Helsinki heizen, ohne dort ein einziges Fernwärmerohr verlegt zu haben. OnZero Finland Oy, Tochter der Wiener OnZero Alpha Holdings GmbH, hat mit dem städtischen Energieversorger Helen einen Vertrag unterzeichnet, der die Abwärme eines KI-Rechenzentrums direkt ins Helsinkier Fernwärmenetz einspeist.

Die Anlage, intern „AI Heat Factory“ genannt, soll bis zu 525.000 Megawattstunden Wärme pro Jahr liefern. Das entspricht laut Trending Topics dem Bedarf von rund 70.000 Wohnungen und einer thermischen Dauerleistung von etwa 60 Megawatt. Wer hinter dem Deal steht, kommt nicht aus der Fernwärmebranche, sondern aus dem Krypto-Mining.

Zwei Ex-Miner bauen ein Wärmegeschäft

Die operative Gesellschaft OnZero Global Solutions GmbH wird von Vlado Stanic und Alexander Dietrich geführt, beide zuvor bei Blockbase Mining aktiv, einem Mining-as-a-Service-Anbieter mit Containeranlagen neben österreichischen Kleinwasserkraftwerken. Diese Erfahrung mit stromhungrigen Rechenlasten an günstigen Energiestandorten bildet laut Trending Topics die Grundlage des heutigen Geschäftsmodells.

An der Spitze steht CEO Ali Siddiqui, der nach eigenen Angaben unter anderem das CO2-freie Stahlprojekt AGSI mitgegründet hat und als pakistanischer Botschafter in den USA tätig war. Das Managementteam mischt Finanzprofis mit Kühlungs-Know-how: CFO Christoph Cerar kommt von Steyr Motors und dem Kühlgerätehersteller AHT, Wärmetechnik-Chef Antti Porkka baute zuvor bei Calefa Abwärmesysteme.

Flüssigkeitskühlung als Kernversprechen

Technisch basiert die Anlage auf einer flüssigkeitsgekühlten Architektur, die von Beginn an auf Wärmerückgewinnung ausgelegt ist. OnZero gibt an, bis zu 99 Prozent der bei KI-Rechenprozessen entstehenden Abwärme zurückzugewinnen und auf ein für Fernwärmenetze taugliches Temperaturniveau zu bringen. Weil die Wärme ins Netz statt über Verdunstungskühlung abgeführt wird, beziffern die Betreiber den Wasserverbrauch vor Ort mit null.

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