Business & Beyond VW rettet sich mit Radikalkur: Bis zu 60.000 Jobs und vier Werke auf der Kippe

VW rettet sich mit Radikalkur: Bis zu 60.000 Jobs und vier Werke auf der Kippe

Der VW-Aufsichtsrat billigt den härtesten Sparplan der Konzerngeschichte. Laut BILD stehen bis zu 60.000 Stellen zur Disposition, vier deutsche Werke erhalten nur eine Gnadenfrist bis 2027.

Ein Konzern verhandelt über sein Überleben und am Ende gewinnt der Kompromiss. Der Aufsichtsrat von Volkswagen hat den „Zukunftsplan 2030″ einstimmig abgesegnet, nachdem der erste Anlauf im Juli noch gescheitert war. Für vier deutsche Werke bedeutet das keine Entwarnung, sondern eine Bewährungsprobe mit Ablaufdatum.

Laut BILD fand der Rettungsplan von VW-Chef Oliver Blume beim ersten Versuch im Sommer nicht die nötige Unterstützung im paritätisch besetzten Kontrollgremium. Der Vorstand legte nach, mit rund 95 Prozent des ursprünglichen Konzepts, wie BILD aus Konzernkreisen erfuhr. Nur einzelne Punkte wurden demnach noch angepasst, bevor der Beschluss fiel.

Der Deal als Ausweg aus der Eskalation

Monatelang blockierten sich Vorstand, Großaktionäre und Arbeitnehmerseite gegenseitig. Porsche-SE-Vertreter und Oliver Blume wollten die Marke VW und die Komponentenwerke aus dem Konzern herauslösen, um das VW-Gesetz zu umgehen. Das Vorhaben ist laut Welt endgültig vom Tisch, weil Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies sein Veto-Recht nicht aufgeben wollte. Stattdessen beschneidet der Aufsichtsrat seine eigenen Zustimmungsvorbehalte und passt die Schwellenwerte an DAX-übliche Praxis an.

Bisher musste das Gremium jede Investition ab 50 Mio. Euro absegnen. Diese Schwelle steigt deutlich, Blume bekommt mehr Handlungsspielraum, die Mitbestimmung verliert an Biss. Damit sind auch die Planspiele vom Tisch, den Aufsichtsrat per außerordentlicher Hauptversammlung zu umgehen, ein Szenario, das laut Welt im Hintergrund mitverhandelt wurde. Mit dem Beschluss vermeiden alle Parteien eine offene Eskalation des Machtkampfs.

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