MiMo-V2.6-Pro: Xiaomi knackt die Open-Source-KI-Spitze
Xiaomis MiMo-V2.6-Pro ist laut Artificial Analysis das stärkste frei nutzbare KI-Modell weltweit; lizenzfrei, selbst hostbar und deutlich günstiger als proprietäre Konkurrenz aus den USA.
Xiaomi hat mit MiMo-V2.6-Pro ein Open-Weight-Modell veröffentlicht, das im Artificial Analysis Intelligence Index 46 Punkte erreicht und damit Z.ais GLM-5.3 sowie Moonshot AIs Kimi K3 hinter sich lässt, die beide bei 44 Punkten liegen. Der eigene Vorgänger MiMo-V2.5-Pro kam im selben Index nur auf 26 Punkte.
Die Gewichte stehen unter MIT-Lizenz auf Hugging Face bereit, wie berichtet. Das bedeutet: Unternehmen und Forschende können das Modell ohne Lizenzkosten selbst betreiben, statt sich an US-Anbieter wie OpenAI oder Google zu binden; ein Punkt, der für europäische KI-Souveränität an Gewicht gewinnt.
Architektur mit wenig aktiver Last
MiMo-V2.6-Pro ist ein Sparse-Mixture-of-Experts-Modell mit 1,02 Billionen Parametern insgesamt, von denen pro Inferenz nur 42 Milliarden aktiv sind. Die kleinere Variante Flash kommt auf 310 Milliarden Parameter mit 15 Milliarden aktiven. Beide verarbeiten demnach nativ Text, Bild, Sprache und Video und bieten ein Kontextfenster von einer Million Token.
Diese Architektur erklärt, warum das Modell trotz seiner Größe wirtschaftlich betrieben werden kann: Nur ein Bruchteil der Parameter muss bei jeder Anfrage tatsächlich rechnen. Xiaomi begründet den Leistungssprung mit skaliertem Reinforcement Learning auf überprüfbaren Aufgaben. In unter sechs Tagen absolvierten Flash und Pro je 30 RL-Schritte über rund 750.000 Trajektorien, zu Kosten von etwa 740.000 Euro für Flash und 2,28 Mio. Euro für Pro.
Preis-Leistung schlägt US-Konkurrenz
Der Kostenvorteil ist der eigentliche Hebel. Artificial Analysis beziffert die Ausgaben für einen kompletten Indexlauf auf rund 0,11 Euro pro Aufgabe, womit das Modell auf der Pareto-Linie aus Intelligenz und Preis liegt. Die API kostet 0,435 Dollar pro Million Input-Token und 0,87 Dollar pro Million Output-Token, bei Cache-Treffern sinkt der Input-Preis um 99 Prozent.
Im Gesamtranking, das offene und geschlossene Systeme mischt, liegt MiMo-V2.6-Pro auf Rang sechs; nur proprietäre Modelle wie xAIs Grok 4.7 (ebenfalls 46 Punkte) liegen davor. Schwächen zeigt das Modell bei langen Terminal-Sitzungen: Auf Terminal Bench 4.0 erreicht es 34,9 Punkte gegenüber 59,6 bei GPT-6 Astra, demnach.