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MiMo-V2.6-Pro: Xiaomi knackt die Open-Source-KI-Spitze

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Vibe World testet neue Grenzen

Xiaomi bewirbt die Übertragung von Coding-Fähigkeiten auf Bereiche außerhalb der Softwareentwicklung, intern „Vibe World“ genannt: 3D-Szenen aus Text- oder Bildvorgaben, Blender-Modellierung und die Steuerung eines Franka-Panda-Roboterarms per Kamerabild.

In der Materialforschung entwarf das Modell laut Unternehmensangaben gemeinsam mit Xiaomi-Fachleuten ein metall-organisches Gerüst zur Bindung von PFAS-Schadstoffen. In einem zweiten Fall formalisierte es Teile des mathematischen Beweises „Period Three Implies Chaos“ in der Sprache Lean 4, ein Projekt mit über 6.000 Zeilen Code, das vom Lean-Kernel vollständig verifiziert wurde: ohne dass das Modell dafür spezifisch nachtrainiert worden war.

Business Punk Check

Der Fakt ist eindeutig belegt: Ein chinesischer Elektronikkonzern liefert mit MiMo-V2.6-Pro das derzeit stärkste Open-Weight-Modell, günstiger und offener als vieles aus dem Silicon Valley. Für europäische Entwickler heißt das konkret: lizenzfreie, selbst hostbare KI-Infrastruktur auf Weltklasse-Niveau, ohne Abhängigkeit von einem US-Anbieter.

Offen bleibt, ob diese Offenheit strategisch kalkuliert ist, um westliche Cloud-Ökosysteme zu unterlaufen, oder schlicht Ausdruck eines härteren globalen Wettlaufs zwischen Alibaba, Moonshot AI und Xiaomi. Die Terminal-Bench-Schwäche zeigt zudem, dass „stärkstes Modell“ eine Frage der Metrik bleibt.

Auf einen Blick

  • Xiaomis MiMo-V2.6-Pro erreicht laut Artificial Analysis 46 Punkte im Intelligence Index und gilt damit als stärkstes Open-Weight-Modell weltweit.
  • Die Gewichte stehen unter MIT-Lizenz auf Hugging Face bereit und können ohne Lizenzkosten selbst gehostet werden.
  • Das Modell nutzt eine Sparse-Mixture-of-Experts-Architektur mit 1,02 Billionen Parametern, von denen nur 42 Milliarden pro Anfrage aktiv sind.
  • Bei Terminal-Aufgaben liegt Pro mit 34,9 Punkten deutlich hinter proprietären Modellen wie GPT-6 Astra zurück.

Quellen: Trendingtopics, KI-unterstützt

Martin Wald

Tech & Security

Martin Wald analysiert die Schnittstelle zwischen Geld, Macht und Alltag. Seine Themen reichen von Rente, Sozialstaat und Gesundheit bis zu Wirtschaft, Märkten und technologischen Umbrüchen. Er zerlegt politische Entscheidungen, Urteile und Trends auf ihre ökonomischen Folgen und macht sichtbar, wer gewinnt, wer verliert und wo Risiken liegen. Der Blick ist pragmatisch, pointiert und nutzenorientiert. Keine Wohlfühltexte, sondern Einordnung für Menschen, die verstehen wollen, wie Systeme funktionieren und was das für ihre Entscheidungen bedeutet.