E-Auto-Rekord in der EU: BYD überholt alle & Tesla stürzt ab
17,3 Prozent E-Auto-Anteil, ein Rekord für die EU. Doch hinter der Zahl steckt eine Machtverschiebung: BYD wächst um 227 Prozent, Tesla verliert 38 Prozent. Wer profitiert wirklich?
Ein Sechstel aller neuen Pkw in der EU fährt inzwischen rein elektrisch. 17,3 Prozent Marktanteil bedeuten einen neuen Höchststand, wie das Statistische Bundesamt unter Berufung auf Eurostat mitteilt. Zehn Jahre zuvor lag dieser Wert bei mageren 0,4 Prozent.
Der europäische Branchenverband ACEA kommt mit 17,4 Prozent auf eine fast identische Zahl, die kleine Abweichung erklärt sich durch unterschiedliche Datenquellen: Eurostat wertet harmonisierte Meldungen nationaler Statistikämter aus, ACEA stützt sich auf Angaben der Automobilverbände und S&P Global Mobility, teils vorläufig. Insgesamt wurden in der EU rund 10,8 Millionen neue Pkw registriert, ein Plus von 1,8 Prozent gegenüber 2024. Der eigentliche Aha-Moment steckt aber nicht in der Gesamtquote, sondern in der Verschiebung der Kräfteverhältnisse zwischen den Herstellern.
Dänemark deklassiert Deutschland
Mit 545.100 neu zugelassenen Elektroautos ist Deutschland der größte BEV-Markt der EU, das entspricht 28,9 Prozent aller EU-weiten E-Auto-Zulassungen, so Tagesschau. Beim Anteil an den eigenen Neuzulassungen hinkt die Bundesrepublik mit 19,1 Prozent aber weit hinter Dänemark her, wo 67,8 Prozent aller neuen Pkw elektrisch sind. Die Niederlande folgen mit 40,2 Prozent, Malta mit 37,6 Prozent. Außerhalb der EU zeigt Norwegen mit gut 95 Prozent, wie eine Marktdurchdringung aussehen kann, wenn Ladeinfrastruktur und Förderpolitik konsequent zusammenspielen. Kroatien, die Slowakei und Bulgarien bilden mit Werten zwischen 1,9 und 4,9 Prozent das andere Ende der Skala.
Als wesentliche Faktoren für diese Bandbreite nennt Destatis den Ausbau der Ladeinfrastruktur und die jeweilige nationale Förderpolitik, verstärkt durch die zuletzt gestiegenen Spritpreise und günstigere Einstiegsmodelle. Neben den reinen Elektroautos bleibt der Antriebsmix in der EU insgesamt breiter, als es die Rekordmeldung vermuten lässt. Hybridfahrzeuge ohne externe Lademöglichkeit stellten mit 42,4 Prozent weiterhin den größten Anteil an den Neuzulassungen, gefolgt von reinen Benzinern mit 27,3 Prozent. Dieselfahrzeuge kamen nur noch auf 9,8 Prozent, andere Antriebsarten wie Flüssig- oder Erdgas spielten eine untergeordnete Rolle. Der Verbrenner ist also noch lange nicht verschwunden, er verliert nur systematisch an Boden.
BYD wächst, Tesla schrumpft
Der eigentliche Machtwechsel spielt sich zwischen den Marken ab. Die chinesische Elektroautomarke BYD steigerte ihre EU-weiten Zulassungen 2025 um mehr als 227 Prozent, während die US-Marke Tesla um knapp 38 Prozent einbrach, wie berichtet.