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Google schießt KI-Server ins All: Traum mit 10.000-Satelliten-Haken

Ein Testsatellit mit Google-Logo und sichtbarem Chip schwebt vor einer Reihe winziger Satelliten im Orbit
BP | KI-generiert mit ChatGPT Googles Suncatcher: Ein Satellit, zehntausend fehlende
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Google startet mit „Suncatcher“ einen ersten Testsatelliten für KI-Rechenzentren im Orbit; Konkurrent Bezos rechnet trotzdem mit bis zu zwanzig Jahren bis zur Wirtschaftlichkeit.

Am 1. Oktober soll ein kühlschrankgroßer Satellit namens „MVP“ mit einer SpaceX Falcon 9 von der Vandenberg Space Force Base abheben. An Bord: vier Tensor Processing Units, Googles eigene KI-Beschleuniger, die im Erdorbit unter realen Weltraumbedingungen getestet werden sollen.

Es ist der erste sichtbare Schritt von Googles Projekt „Suncatcher“, mit dem der Konzern langfristig energiehungrige KI-Rechenzentren aus irdischen Serverhallen ins All verlegen will, wie heise berichtet. Google-Vizepräsident James Manyika sagt laut The Decoder, der Satellit solle genug Rechenleistung besitzen, um einfache KI-Anfragen direkt aus dem Orbit zu beantworten. Die Idee klingt nach Science-Fiction, ist aber Teil eines handfesten Wettlaufs um die nächste Infrastrukturgeneration der KI-Branche.

Warum der Orbit lockt

Der Reiz liegt in der Energie: Im All lässt sich laut Google bis zu achtmal so viel Sonnenenergie gewinnen wie am Boden, weil Wolken, Nacht und Atmosphäre wegfallen. Für Rechenzentren, deren Stromhunger längst zum limitierenden Faktor geworden ist, wäre das ein struktureller Vorteil.

Der Testsatellit soll demnach, zitiert von heise, rund ein Kilowatt liefern, genug für die vier verbauten TPUs, aber um Größenordnungen von dem entfernt, was ein echtes KI-Rechenzentrum benötigt. Google spricht deshalb bewusst von einem ersten Testschritt: Nachfolgesatelliten sollen bereits „dutzende TPUs“ tragen und über Laserverbindungen mit extrem hoher Bandbreite kommunizieren, eine Technik, die laut Google in dieser Präzision noch nicht existiert.

Kühlung als Kernproblem

Im Vakuum fehlt Luft, um Abwärme abzuführen, weshalb Google an einer Kombination aus Heatpipes und Kühlkörpern arbeitet. Demnach können die TPUs an Bord jeweils nur fünfzehn Minuten am Stück arbeiten, bevor sie zur Kühlung abgeschaltet werden müssen. Hinzu kommt kosmische Strahlung, die Chips beschädigen kann, ein Risiko, das der Testflug gezielt untersuchen soll.

Martin Wald

Tech & Security

Martin Wald analysiert die Schnittstelle zwischen Geld, Macht und Alltag. Seine Themen reichen von Rente, Sozialstaat und Gesundheit bis zu Wirtschaft, Märkten und technologischen Umbrüchen. Er zerlegt politische Entscheidungen, Urteile und Trends auf ihre ökonomischen Folgen und macht sichtbar, wer gewinnt, wer verliert und wo Risiken liegen. Der Blick ist pragmatisch, pointiert und nutzenorientiert. Keine Wohlfühltexte, sondern Einordnung für Menschen, die verstehen wollen, wie Systeme funktionieren und was das für ihre Entscheidungen bedeutet.