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Apple-Urteil: 5,7 Mrd. Dollar für einen Vibrationsalarm

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Eine Jury in San Diego spricht Taction Technology 5,7 Mrd. Dollar Schadenersatz zu, weil Apples Taptic Engine zwei Patente verletzt. Apple geht in Berufung.

Ein Bundesgericht in San Diego hat Apple zu einer der höchsten Patentstrafen der Firmengeschichte verurteilt: 5.721.961.750 Dollar soll der Konzern an die Haptik-Firma Taction Technology zahlen. Die Geschworenen sahen es als erwiesen an, dass die Taptic Engine in iPhone und Apple Watch zwei Patente von Taction verletzt, die 2021 zur Klage geführt hatten, wie The Verge berichtet.

Konkret geht es um die Patente US 10,659,885 und US 10,820,117, die vibrationsbasierte Tastwahrnehmung schützen und Nutzern helfen sollen, eine Reaktion des Geräts auf ihre Eingabe zu spüren. Die Jury erkannte insgesamt drei verletzte Patentansprüche, zwei aus dem einen und einen aus dem anderen Patent.

Woher die Rekordsumme kommt

Im US-Patentrecht wird Schadenersatz häufig pro verkauftem Gerät berechnet, orientiert an einer fiktiven Lizenzgebühr. Apple hat laut t3n allein 2025 knapp 250 Millionen iPhones und 40 Millionen Smartwatches verkauft, was die Dimension der Summe erklärt. Der Fall reicht bis 2021 zurück: Damals reichte Taction erstmals Klage ein, 2023 erreichte Apple zunächst eine Abweisung.

Ein Bundesberufungsgericht nahm den Fall 2025 wieder auf, mit einem vorläufigen Sieg für Taction. Bemerkenswert ist zudem, dass Taction Apple laut The Verge vorwarf, die Technik aus zwei Kannon-Gaming-Headsets reverse-engineert zu haben, statt eine eigene Lizenz zu erwerben. Genau diesen Vorwurf bestreitet Apple entschieden.

Apples Reaktion und Berufung

Apple weist die Vorwürfe zurück und kündigte gegenüber CNBC an, in Berufung zu gehen. Die Entscheidung sei nicht durch Fakten gestützt, so heise. Man verwende keine Technologie von Taction, die Taptic Engine unterscheide sich grundlegend von deren Ansatz. Laut t3n verweist Apple sogar auf Tactions eigene Tests von Apple-Produkten, die diesen Unterschied belegen sollen. Die Geschworenen befanden immerhin, dass Apple die Patente nicht vorsätzlich verletzt habe.

Martin Wald

Tech & Security

Martin Wald analysiert die Schnittstelle zwischen Geld, Macht und Alltag. Seine Themen reichen von Rente, Sozialstaat und Gesundheit bis zu Wirtschaft, Märkten und technologischen Umbrüchen. Er zerlegt politische Entscheidungen, Urteile und Trends auf ihre ökonomischen Folgen und macht sichtbar, wer gewinnt, wer verliert und wo Risiken liegen. Der Blick ist pragmatisch, pointiert und nutzenorientiert. Keine Wohlfühltexte, sondern Einordnung für Menschen, die verstehen wollen, wie Systeme funktionieren und was das für ihre Entscheidungen bedeutet.