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E-Auto Kosten schlagen den Verbrenner um 33 Prozent

E-Autos bieten einen Geldvorteil.
Unsplash+ E-Autos bieten einen Geldvorteil.
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Politik wollte E-Autos verordnen und scheiterte. Jetzt entscheiden Zapfsäule und Ladekabel: 33 Prozent günstiger im Betrieb zwingen den Verbrenner in die Defensive.

Batteriebetriebene Elektroautos waren im vergangenen Jahr in der EU beim Fahren 33 Prozent günstiger als Benziner. Das ist keine Marketingzahl eines Herstellers, sondern das Ergebnis eines Berichts des International Council on Clean Transportation (ICCT), wie Utopia.de berichtet. Während Deutschland jahrelang versuchte, E-Autos per Kaufprämie und Ankündigungspolitik zu verordnen, erledigt jetzt schlicht der Preis, was Verbote nicht schafften.

Der Mechanismus dahinter ist unspektakulär, aber wirksam: Steigende Ölpreise treiben die Verbrauchskosten für Verbrenner laut ICCT-Bericht um 12 bis 36 Prozent nach oben. Parallel machen fallende Batteriekosten das Laden günstiger. Wie stark diese Schere real spürbar ist, zeigt auch der bundesweite Tagesdurchschnitt für Benzin der Sorte E10, der laut NDR.de zuletzt einen Rekordwert erreichte, während Diesel nur knapp unter seinem Höchststand vom April lag.

Produktion verschiebt sich Richtung Batterie

Die Zahlen zur Fahrzeugproduktion in der EU sind die eigentliche Machtverschiebung hinter der Kostenrechnung. Der Anteil von Verbrennern an der Gesamtproduktion fiel laut ICCT-Bericht von 2020 bis 2025 von 91 auf 72 Prozent, während batteriebetriebene E-Autos im selben Zeitraum auf einen Produktionsanteil von 19 Prozent kamen. In Deutschland, dem größten europäischen Automarkt, habe sich die Zahl der Elektroautos laut derselben Erhebung binnen fünf Jahren vervierfacht.

Auch bei den Anschaffungskosten nähern sich beide Antriebsarten an: In den drei größten Fahrzeugsegmenten lagen die Einstiegspreise für E-Autos 2025 laut Bericht etwa gleichauf mit Benzinern. ICCT-Direktor Peter Mock formuliert die Konsequenz für die Branche pointiert: „Dies ist ein entscheidender Moment für Automobilhersteller weltweit. Anstatt den Kurs umzukehren, müssen die europäischen Automobilhersteller ihre Investitionen in die Elektrifizierung fortsetzen und ausbauen.“.

Wer beim Umstieg verliert

Verlierer dieser Entwicklung sind Autofahrer, die auf fossile Preisschwankungen angewiesen bleiben.

Anders als bei Strom aus Festpreisverträgen gibt es beim Sprit keinen Puffer gegen geopolitische Schocks, wie sie die Ölmärkte zuletzt erlebt haben. Gewinner sind demnach Halter mit Zugang zu günstigem Ladestrom, etwa durch eigene Photovoltaik, sowie Hersteller, die frühzeitig auf Elektrifizierung gesetzt haben.

Business Punk Check

Die Zahlen sind eindeutig, die Kausalkette dahinter nicht ganz so sauber, wie sie klingt. 33 Prozent Kostenvorteil beim Fahren und ein Produktionsanteil von 19 Prozent für E-Autos sind belastbare ICCT-Zahlen, keine Prognosen. Die Behauptung, das sei der „Anfang vom Ende des Verbrenners“, ist dagegen redaktionelle Einordnung von Utopia.de und keine Tatsache aus dem Bericht selbst.

Für Entscheider heißt das: Wer auf E-Mobilität setzt, tut das aktuell auf Basis harter Betriebskostenvorteile, nicht auf Basis politischer Verbote, die ohnehin nie richtig griffen. Die offene Frage bleibt, wie stabil dieser Kostenvorteil ist, sobald sich Ölpreise wieder beruhigen oder Batteriepreise stagnieren. Wer früh einsteigt, wettet auf anhaltend hohe Spritpreise und fallende Batteriekosten, nicht auf eine gesetzliche Garantie.

Auf einen Blick

  • Batteriebetriebene Elektroautos waren im vergangenen Jahr in der EU beim Fahren 33 Prozent günstiger als Benziner, laut ICCT-Bericht.
  • Steigende Ölpreise trieben die Verbrauchskosten für Verbrenner um 12 bis 36 Prozent nach oben, während Batteriekosten fielen.
  • Der Produktionsanteil von Verbrennern in der EU sank von 2020 bis 2025 von 91 auf 72 Prozent, E-Autos erreichten 19 Prozent.
  • ICCT-Direktor Peter Mock fordert von europäischen Herstellern, Investitionen in Elektrifizierung fortzusetzen statt den Kurs umzukehren.

Quellen: Ndr, Handelsblatt, Utopia, KI-unterstützt

Portrait Uli Weißgerber

Uli Weißgerber

Seit über 25 Jahren bewegt er sich an der Schnittstelle von Medien, Marketing und Technologie. Stationen? Sport1, ProSiebenSat.1, Bertelsmann – er war beim Start von Sport1.de dabei hat unter anderem die erste Affiliate-Kampagne in Polen ausgerollt hat. Später hat er mit getperformance das erste TV-Performance-Tracking entwickelt und Marken wie Trivago ins Fernsehen katapultiert. Als Gesellschafter von Promipool wurde er Publisher und baute ein starkes, unabhängiges Content-Portfolio auf. Heute bringt er mit seinem Team und Partnern eigene, komplexe KI-Workflow-Lösungen in Verlage und Agenturen, die mehr können als Buzzwords – unter anderem steuern sie die komplette digitale Plattform von Business-Punk.com.