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Voll Laser, wie die abgehen

Voll Laser, wie die abgehen
Business Punk
Erschienen
Lesezeit4 Min · 801 Wörter

ER, Stricken könnte ja jede:r. Die crazy Hobbys der High Performer.

Von Susie von den Stemmen & Christa Catharina Müller

HELI…EBE

„Die Krebsdiagnose hat mein Leben verändert, ich habe sie in etwas Positives verwandelt.“ Lilian-Cathrin Lorenz-Kirchhoff, Inhaberin Lili Lorenz PR

Im Jahr 2000 erhält Lili Lorenz-Kirchhoff die Diagnose Krebs. Statt zu verzweifeln, trifft sie eine Entscheidung: „Ich habe mir gesagt: Jetzt ist die Zeit, Träume zu verwirklichen. Nicht irgendwann. Jetzt.“ Ihr größter Traum: selbst einen Helikopter zu fliegen. Genau zehn Jahre später, nachdem sie als krebsfrei eingestuft wird, absolviert die ehemalige Vogue-Redakteurin am 13. September 2010 ihren ersten Solo-Flug – im Dezember 2010 dann ihre Prüfung zur privaten Hubschrauberpilotin. „Da oben spüre ich pure Dankbarkeit. Jeder Flug erinnert mich daran, wie kostbar das Leben ist.“ Heute verbindet die Inhaberin einer Full-Service-PR-Agentur ihre Leidenschaft geschickt mit dem Business: Der Helikopter wird manchmal für Kunden und Events gebrandet und gechartert. Und die Chefin fliegt hier, klar, noch selbst!

Bild: Lilian-Cathrin Lorenz-Kirchhoff Ihr Hubschrauber kommt nicht nur in ihrer Freizeit zum Einsatz: Auch für Kunden steigt die PR-Chefin ins Cockpit

MÖGE DIE MACHT MIT IHM SEIN

„Ein Lichtschwert ist uralt und futuristisch zugleich, im Grunde ein Schwert, neu gedacht durch Technologie.“T. Jon Mayer, Head of Exterior Design and Design Operations bei Bentley

Als Head of Design Operations verantwortet T. Jon Mayer bei Bentley die Designprozesse. Nach Feierabend verschwindet er in seiner Werkstatt und baut Lichtschwerter. „Meine ersten Lichtschwerter als Kind waren aus leeren Aquafresh-Zahnpastatuben.“ Der Wendepunkt kam 2017, als er ein handgefertigtes Schwert aus Metall und Messing sah: „Ich dachte: Davon habe ich als Kind geträumt, das will ich bauen.“ Rund 30 Stunden stecken heute in einem einzigen Exemplar: 3D-Druck, Elektronik, Löten, Schleifen, Lackieren. Sein Traumschwert? Natürlich das von Luke Skywalker aus „Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung“ (1997), „das ikonischste Lichtschwert überhaupt!“ Und? Was ist schwieriger zu designen, ein Bentley oder ein Lichtschwert? „Ein Bentley, keine Frage!“ Doch die Prinzipien seien dieselben: Proportion, Silhouette, Handwerkskunst. „Ob Auto oder Lichtschwert, wenn es keine Emotion auslöst, fehlt etwas.

Bild: Jon Mayer In seinem Job als Designchef bei Bentley macht er Luxusautos. Als Designer tüftelt er aber auch gerne an anderen Projekten

DEALS & DISTORTION

„Vor Publikum zu spielen ist einfach cool.“ Dr. Faras Mirhoseiny, M&A Associate bei Freshfields

Tagsüber verhandelt Dr. Faras Mirhoseiny grenzüberschreitende M&A-Transaktionen, seit Ende 2019 steht der Berliner Anwalt als Sänger und Gitarrist der Indie Rockband God Owes Me Money abends auf der Bühne. Der Name? Eine Hommage an Everclear und den Song „Chemical Smile“ (1995), in dem es heißt: „She said Jesus owes me money“. Ein- bis zweimal pro Woche proben sie. Mit Songs wie „Be Jesus“ und „The Choice“ scha­ffte es die Band, sich für die Local Heroes Berlin zu qualifizieren. Was Bühne und Kanzlei verbinde? „Als Anwalt reise ich, um zu lernen, jede Reise soll mich weiterbringen. Mit der Band reise ich für den Spaß. Genau diese Mischung macht’s für mich aus.“

Bild: Dr. Faras Mirhoseiny hat an der Columbia University studiert und ist als Anwalt in New York und Deutschland zugelassen

JÄGER UND SAMMLER

„Mein erstes Paar Jordans mit Metallik-Swoosh direkt anzuziehen, war der größte Fehler meines Lebens.“ Dr. Jesko Perrey, Senior Partner bei McKinsey

1985 ist die Geburtsstunde einer neuen Sneaker-Kultur. Als Nike mit der Jordan-Brand statt 70 Mio. US-Dollar Umsatz bei mehreren Hundert Mio. landet, beginnt ein neues Zeitalter. Ohne es zu wissen, begeht Jesko Perrey als Teenager im Jahr 1985/86 mit seinem ersten Paar Jordans mit Metallik-Swoosh den Fehler seines Lebens: „Ich habe es direkt angezogen. Wenn du die heute ungetragen kaufst, starten die Preise bei 40.- 50.000 US-Dollar und gehen hoch bis 120.000 US-Dollar.“ Vor rund 20 Jahren wird er vom Liebhaber zum Sammler. „Wenn du fünf hast, willst du sieben. Wenn du sieben hast, willst du zehn. Und wenn du dann plötzlich 15 hast, dann willst du alle 20.“ Er hat alle 20 1985 Jordan 1 Chicago, 19 davon sind ungetragen. „Mir fehlt nur der Purple. Und den gibt’s nur noch ein- oder zweimal auf der Welt.“ Einen der Besitzer, einen Sammler aus New York, hat er bereits zweimal zum Abendessen getroffen. „Ich habe ihm schon ein unmoralisches Angebot gemacht, was er aber bisher ablehnte.“ Irgendwann bekommt er ihn, ist er sich sicher. Über den heutigen Wert seiner 650 Paare umfassenden Sammlung spricht der globale Marketingexperte von McKinsey ungern. Diese wird aber von Experten auf zwischen fünf und zehn Millionen Euro geschätzt. Sein wertvollstes Exemplar? „Der ungetragene Back to the Future-Schuh. Für den habe ich Angebote im siebenstelligen Bereich bekommen.“ Bezahlt hat er einen Bruchteil.

Bild: Dr. Jesko Perrey Der McKinsey-Manager besitzt rund 650 Paar Sneaker, davon ca. 350 Air Jordans (Foto: Privat)

Diesen Artikel finden Sie in unserem aktuellen Heft „It’s a Match“

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