Work Hard · Munich Climate Week

Munich Climate Week: Schluss mit Klima-Blabla!

Munich Climate Week: Schluss mit Klima-Blabla!
Business Punk
Erschienen
Lesezeit3 Min · 581 Wörter

Während die Klimakrise eskaliert, wird weiter diskutiert, vertagt und beschwichtigt. Die Munich Climate Week will damit Schluss machen: rund 300 Events, sieben Tage, eine Stadt – und die Ansage, endlich ins Machen zu kommen. München macht Druck!

München macht Druck: Vom 19. bis 25. Oktober 2026 verwandelt die erste Munich Climate Week (MCW) die bayerische Landeshauptstadt in ein riesiges Experimentierfeld für Klimaschutz, Innovation und gesellschaftlichen Wandel. Statt der nächsten Konferenz voller wohlklingender Absichtserklärungen sollen Wissenschaft, Startups, Unternehmen, Politik und Bürger gemeinsam Lösungen auf die Straße bringen.

300 Events statt heißer Luft

Sieben Tage, rund 300 Veranstaltungen, unzählige Perspektiven: Talks, Workshops, Ausstellungen, Touren und Panels machen München zur offenen Klimabühne. Von Energie und Mobilität über Kreislaufwirtschaft und ClimateTech bis zu Ernährung, Finanzen und sozialer Gerechtigkeit reicht das Programm mit insgesamt 14 Themenfeldern. Die Teilnahme an öffentlich zugänglichen Veranstaltungen ist kostenlos, teilweise ist eine Anmeldung erforderlich. Die Botschaft: Klimaschutz darf kein exklusiver Club für Expert:innen bleiben.

Sieben Köpfe gegen das Klimasilo

Hinter der Initiative stehen sieben Menschen mit ziemlich unterschiedlichen Lebensläufen – von UN-Klimapolitik über Venture Capital und Impact Investing bis zur Arbeit im World Food Programme. Was sie verbindet? Die Überzeugung, dass Klimaschutz nicht daran scheitern darf, dass alle nur in ihrer eigenen Bubble unterwegs sind. Also bauten sie neben ihren Vollzeitjobs eine Plattform auf, die inzwischen mehr als 300 Partner und ein Kernteam aus rund 100 Freiwilligen vereint. Komplett ehrenamtlich.

München hat die Power. Aber nutzt sie die Stadt?

Mit TU München, LMU, Technologiekonzernen, Investoren und einer lebendigen Startup-Szene besitzt München beste Voraussetzungen, um beim Klimaschutz vorne mitzuspielen. Das Problem: Forschung spricht mit Forschung, Gründer mit Investor, Unternehmen mit Berater. Was fehlt, sind Verbindungen zwischen diesen Welten. Genau hier setzt die Climate Week an. Aus einzelnen Ideen soll eine Bewegung entstehen, die nicht bei PowerPoint-Folien stehen bleibt.

Klimaneutral bis 2035: Die Uhr tickt

München will bereits 2035 klimaneutral werden – zehn Jahre vor dem bundesweiten Ziel von 2045. Ein ambitionierter Plan, der ohne radikales Umdenken und konkrete Maßnahmen kaum funktionieren dürfte. Die Climate Week soll deshalb nicht nur Bewusstsein schaffen, sondern Menschen zusammenbringen, die tatsächlich etwas verändern können. Von klimafreundlicher Mobilität über neue Materialien bis zu Investitionen in saubere Technologien: Die Herausforderungen sind gewaltig, das Potenzial ebenfalls.

Prominenz trifft Klimarealität

Zum Auftakt am 19. Oktober im Schloss Nymphenburg ist eine Eröffnung mit Münchens Oberbürgermeister und MCW-Schirmherrn Dominik Krause geplant. Auch Klimaaktivistin Luisa Neubauer und Schauspielerin Maria Furtwängler sollen Beiträge liefern. Die Eröffnung wird live gestreamt. Doch der eigentliche Test findet abseits der großen Bühne statt: Werden aus Diskussionen Partnerschaften, aus Kontakten Projekte und aus guten Vorsätzen messbare Fortschritte?

Kein Greenwashing-Freifahrtschein

Auch Unternehmen und Sponsoren sind willkommen – allerdings nicht um jeden Preis. Laut Veranstaltern erhalten Geldgeber keinen Einfluss auf Programm, Positionen oder Entscheidungen. Potenzielle Sponsoren müssen eine Klima- und Umweltprüfung durchlaufen, die auch Greenwashing-Risiken berücksichtigt. Ein wichtiger Anspruch in einer Zeit, in der sich Unternehmen gern grün präsentieren, ohne ihre Geschäftsmodelle grundlegend zu verändern.

Mitmachen statt meckern

Die Munich Climate Week versteht sich nicht als geschlossene Expertenveranstaltung, sondern als Einladung an die ganze Stadt. Ob Gründer, Student, Unternehmer oder einfach neugierig: Wer Lösungen sucht, soll hier Menschen finden, die sie möglich machen. Die entscheidende Frage lautet nicht mehr, wer beim Klimaschutz die schönsten Versprechen abliefert. Sondern wer endlich liefert.

Alle Informationen, Termine und Anmeldungen: munichclimateweek.com

Günther Suchy

Head of Digital Editorial

Günther Suchy ist bei Business Punk Head of Digital Editorial. Daneben ist der promovierte Volkswirt Professor für Kommunikation und Journalismus an der Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) am Campus Ravensburg – also einer, der die Medienwelt nicht nur lehrt, sondern lebt. Als gelernter Redakteur kennt er den Journalismus und die digitalen Medien jenseits des Elfenbeinturms: An der DHBW Ravensburg leitet das Hochschulradio „Das kleine U-Boot“, baut crossmediale Ausbildungs- und Produktionsformate auf und hält dabei immer den Finger am Puls der Branche. Bevor er an die staatliche Hochschule nach Ravensburg kam, war Suchy unter anderem in der Unternehmenskommunikation von MAN und in leitenden Funktionen digitaler Medienprojekte tätig – sowie als Online-Redaktionsleiter der Automotive-Formate bei Motorvision (DSF). Seine Lehr- und Forschungsprojekte bringen ihn immer wieder an Universitäten und Hochschulen in aller Welt, u.a. nach Shanghai/China, Chile oder Marrakesh/Marokko. Im Königreich Bhutan lehrte er 2024 und 2025 am Royal Thimpu College und gab Seminare am Nationalen Olympischen Komitee zum Thema „Nachhaltigkeitskommunikation im Sport“. An der Universität Durban in Südafrika unterrichtet er regelmäßig das Thema "Green Startups" und vermittelt in Praxis-Workshops Know-how zu innovativen Gründerthemen. Zwischen Subkultur, Startup-Mindset und System fühlt er sich zu Hause – und genau aus dieser Perspektive schreibt er für Business Punk.