Brand & Brilliance Social Media Management outsourcen oder inhouse? Der ehrliche Vergleich

Social Media Management outsourcen oder inhouse? Der ehrliche Vergleich

Social Media inhouse oder Agentur? Ein Agentur-Gründer gibt die ehrliche Antwort — inkl. Kostenvergleich und Entscheidungsmatrix.

Ich leite eine Social Media Agentur. Ihr erwartet also, dass ich euch sage: „Nehmt eine Agentur, alles andere ist Quatsch.“ Das wäre einfach, aber es wäre gelogen.

Die Wahrheit ist: Für manche Unternehmen ist Inhouse die bessere Wahl. Für andere die Agentur. Und für viele ist die Antwort irgendwo dazwischen.

Die wahren Kosten: Inhouse vs. Agentur

Inhouse — was es wirklich kostet

Die meisten Unternehmen rechnen nur das Gehalt. Das ist der teuerste Fehler.

Posten Junior Mid-Level Senior/Head of
Bruttogehalt 38.000 – 45.000 € 48.000 – 58.000 € 62.000 – 80.000 €
AG-Nebenkosten (~21 %) 8.000 – 9.500 € 10.000 – 12.200 € 13.000 – 16.800 €
Tools & Lizenzen 3.000 – 6.000 € 3.000 – 6.000 € 3.000 – 6.000 €
Weiterbildung 1.500 – 3.000 € 2.000 – 4.000 € 3.000 – 5.000 €
Equipment 2.000 – 4.000 € 2.000 – 4.000 € 2.000 – 4.000 €
Recruiting (anteilig) 3.000 – 5.000 € 5.000 – 8.000 € 8.000 – 15.000 €
Gesamt/Jahr 55.500 – 72.500 € 70.000 – 92.200 € 91.000 – 126.800 €

Und der Elefant im Raum: Ein Mensch kann nicht alles. Realistisch braucht ein Unternehmen mindestens 2–3 Personen. Reale Inhouse-Kosten für ein Minimal-Team: 160.000 – 250.000 € pro Jahr.

Agentur — was es wirklich kostet

Leistungsumfang Monatlicher Retainer Jährlich
Basic (1 Plattform) 3.000 – 5.000 € 36.000 – 60.000 €
Professional (2–3 Plattformen + Ads) 6.000 – 12.000 € 72.000 – 144.000 €
Enterprise (Full Service) 15.000 – 30.000 € 180.000 – 360.000 €

Im Professional-Paket bekommt ihr 5–8 Spezialisten für weniger als zwei Inhouse-Gehälter.

Inhouse gewinnt bei:

  • Geschwindigkeit und Nähe zum Geschäft — spontane Posts in 30 Minuten
  • Brand-Intimität — niemand kennt eure Marke besser als eure Leute
  • Employer Branding Content — Behind-the-Scenes muss von innen kommen
  • Langfristige Wissenssicherung

Agentur gewinnt bei:

  • Spezialisierung und Erfahrung — Eine gute Social Media Agentur betreut Dutzende Kunden, das bedeutet hunderte Kampagnen und tausende A/B-Tests
  • Skalierbarkeit — Kapazität hochdrehen für Kampagnen
  • Technologie und Tools — Enterprise-Lizenzen, die 30.000–50.000 €/Jahr kosten
  • Objektivität — Außenblick und unbequeme Wahrheiten
  • Krankheit, Urlaub, Kündigung — eingebaute Vertretungsregelungen

Die Hybrid-Lösung: Das Beste aus beiden Welten

Inhouse: 1 Social Media Manager als Brand-Hüter, Employer Content, schnelle Reaktionen

Agentur: Strategie, Content-Produktion, Paid Social, Analytics

Posten Kosten/Jahr
1 Inhouse Manager ~65.000 €
Agentur Professional ~96.000 €
Gesamt ~161.000 €

Das ist für die meisten mittelständischen Unternehmen der Sweet Spot.

Die Entscheidungsmatrix

1. Wie viele Plattformen? 1–2 → Inhouse möglich. 3+ → Agentur/Hybrid.

2. Performance Ads? Unter 5.000 €/Monat → Agentur effizienter.

3. Content-Menge? Unter 15 Posts → Inhouse. 15–40 → Agentur. 40+ → Hybrid.

4. Geschwindigkeit? Unter 1 Stunde nötig → Inhouse-Komponente Pflicht.

5. Budget? Unter 60k → Freelancer. 60–150k → Agentur. 150–300k → Hybrid. 300k+ → Inhouse + Ads-Agentur.

Der unbequeme Rat

Egal ob Inhouse oder Agentur — investiert nicht in Social Media, wenn ihr es nicht ernst meint. Ein halbherziger Auftritt schadet mehr als gar keiner.

Die beste Agentur der Welt kann nicht kompensieren, was intern fehlt: klare Ziele, schnelle Freigaben und die Bereitschaft, Social Media als strategischen Kanal zu behandeln — nicht als Praktikantenprojekt.


Max Anzile ist Gründer der Social Media Pirates in München. Seine Agentur arbeitet sowohl als Full-Service-Partner als auch in Hybrid-Modellen mit internen Teams.

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