Business & Beyond Gaspreis Deutschland: Wenn der Markt die Speicher leer lässt

Gaspreis Deutschland: Wenn der Markt die Speicher leer lässt

Der Gaspreis klettert auf ein Vierjahreshoch, die deutschen Speicher bleiben halb leer. Bundeswirtschaftsministerin Reiche vertraut dem Markt, doch die Zahlen sprechen dagegen.

Ein Terminkontrakt an einer Börse in Amsterdam entscheidet gerade darüber, wie kalt Deutschland im Winter friert. Der TTF-Gaspreis ist auf den höchsten Stand seit mehr als drei Jahren gestiegen, während die deutschen Speicher nur gut zur Hälfte gefüllt sind.

Was wie ein technisches Detail des Energiehandels klingt, ist in Wahrheit ein Test dafür, ob liberalisierte Energiemärkte in Krisenzeiten überhaupt noch liefern.

Der Terminkontrakt TTF zeigt, wie eng Digitalhandel und Energiesicherheit verzahnt sind

Der richtungweisende Erdgas-Terminkontrakt TTF kletterte laut t-online.de bis auf 74,43 Euro je Megawattstunde, ein Plus von gut drei Prozent gegenüber dem Vortag. RP Online bestätigt einen Sprung um 6,2 Prozent auf 74,14 Euro und damit den höchsten Stand seit Januar 2023. Ausgelöst wurde die Rally durch neue Angriffe der USA und des Iran, die Hoffnungen auf eine Wiederöffnung der Straße von Hormus zunichtemachten.

Binnen drei Wochen hat sich Gas laut t-online.de um über 40 Prozent verteuert, seit Anfang August verzeichnet Tagesschau ein Plus von mehr als 20 Prozent. Zum Vergleich: Höher lag der Preis zuletzt 2022, als er nach dem russischen Lieferstopp infolge des Ukraine-Kriegs zeitweise über 300 Euro je Megawattstunde nach oben geschossen war. Auch im März dieses Jahres, zu Beginn des Iran-Kriegs, war die Notierung bereits einmal auf über 70 Euro gestiegen, ist danach aber wieder gefallen.

Dass der Markt nun über dieses Niveau hinausschießt, zeigt, wie sehr sich die Lage seither verschärft hat. Das US-Militär griff nach eigenen Angaben erneut Luftabwehrstellungen, Radarsysteme und Minenlegegerät der iranischen Revolutionsgarden an, der Iran reagierte mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Jordanien, Kuwait und Bahrain. Präsident Donald Trump spielte Chancen auf eine schnelle Beendigung des mittlerweile mehr als sechs Monate andauernden Konflikts herunter und erklärte, ihm gefalle die aktuelle Lage, weil die USA fast die vollständige Kontrolle über die Straße von Hormus hätten und die iranische Wirtschaft zusammenbreche.

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