Business & Beyond Pfeil, Blauwal und Grille – mit diesen Superwaffen will sich Deutschland neu aufstellen

Pfeil, Blauwal und Grille – mit diesen Superwaffen will sich Deutschland neu aufstellen

4. Kamikazemunition, die wie Drohnen fliegt

Eine neue Ära beginnt für die Bundeswehr auch mit der Beschaffung von sogenannter Loitering Munition. Dabei geht es weniger um technologische Feinheiten, als vielmehr darum, dass es für diese Munition keine langwierige Prüfung mehr gibt, sondern die Waffe direkt im Kampf erprobt wird. Anhand der Ergebnisse entscheidet die Bundeswehrführung, ob eine größere Menge der Lenkwaffen beschafft wird. Die umfangreichen Erprobungen sollen noch in diesem Jahr beginnen. Bei Loitering Munition handelt es sich um Flugkörper, die mithilfe eines eigenen Antriebs in einen Einsatzraum fliegen und dort eine gewisse Zeit in der Luft kreisen können. Durch bordeigene Sensoren und einer intelligenten Software können die Systeme selbstständig Ziele wie feindliche Kampfpanzer oder Gefechtsstände erkennen und angreifen. Loitering Munition verfügt häufig über eine höhere Reichweite als eine Artilleriegranate. Umgangssprachlich wird Loitering Munition oft auch als Kamikazedrohnen bezeichnet, weil sie ähnlich wie Drohnen aussehen und sich selbstzerstörerisch in ihr Ziel stürzen. Im Gegensatz zu Drohnen ist Loitering Munition aber zum einmaligen Gebrauch ausgelegt. Sie wird wie andere Munitionsarten verschossen. Deswegen handelt es sich bei den Flugkörpern offiziell nicht um Luftfahrzeuge wie Drohnen, sondern um Munition. Diese Kategorisierung ist wichtig, da an ein unbemanntes Luftfahrzeug, welches auch in anderen Flughöhen oder Lufträumen operiert, mit Blick auf die Flugsicherheit und Zertifizierung des Personals deutlich höhere technische Anforderungen gestellt werden als an die Munition. Die 3000 Kilometer lange Nato-Ostflanke soll durch ein engmaschiges Netz von Loitering Munition und Drohnen geschützt werden. Ein solcher „Drohnenwall“ könnte binnen eines Jahres errichtet werden.

5. Lookheed, Boing, Rheinmetall: Die großen drei sind gut im Neugeschäft

Einen entscheidenden Vorteil in einem militärischen Kampf könnte auch eine Waffe mit dem harmlosen Namen „Wirkmittel 1800“ erzielen, die bis 1800 Meter Entfernung mächtige Treffer erzielt. Sie ist Teil der neuen Ausrüstung für das Heer. Die Luftwaffe soll darüber hinaus mit 35 F-35A Lightning II Flugzeugen als Ersatz für die Tornado-Flotte ausgerüstet werden, einem Tarnkappen-Mehrzweckkampfflugzeug, das sowohl Luft-Luft- als auch Luft-Boden-Kampfaufgaben erfüllen kann. „Wir versuchen, mehr Produktion und mehr Lieferketten in Europa aufzubauen“, sagte jetzt der für den Export zuständige Vorstand der Herstellerfirma Lockheed Raymond Piselli in einem Interview mit Blick auf einen seit Monaten schwächelnden Aktienkurs. „Dadurch werden wir stärker in das europäische Ökosystem der Luft- und Raumfahrt und Verteidigung eingebunden.“ Dazu kommen 60 Transporthubschrauber vom Hersteller Boing mit der Typenbezeichnung Chinook, der für die schnelle Truppenverlegung gedacht ist, 19 Flugabwehr-Kanonenpanzer, Modell Skyranger, den Rheinmetall im Schweizer Werk Oerlikon baut, 168 Radhaubitzen, drei luftgestützte Aufklärungssysteme vom Typ Pegasus und 105 neue Panzer, Modell Leopard II.

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