Business & Beyond Tankrabatt läuft aus: Jetzt kommt der Spritpreis-Realitätscheck

Tankrabatt läuft aus: Jetzt kommt der Spritpreis-Realitätscheck

Die Koalition lässt den Tankrabatt planmäßig auslaufen. 1,6 Milliarden Euro verpuffen, Ölkonzerne kassieren mit – und für Pendler wird’s wieder teuer. Was jetzt kommt.

Der sogenannte Tankrabatt hat die Spritpreise nach unten gedrückt, die Ölkonzerne haben kassiert – und nun ist Schluss. Ende Juni fällt die Steuersenkung weg, obwohl die Preise an den Zapfsäulen weiterhin volatil sind. Union und SPD haben entschieden: keine Verlängerung. „Wir können es uns in der aktuellen Lage nicht leisten, Schulden dafür aufzunehmen“, sagte Unions-Fraktions-Vize Sepp Müller laut Bild. Die Koalition zieht den Stecker – doch ein Plan B liegt bereits in der Schublade.

Seit dem 1. Mai hat die Regierung die Spritsteuer um knapp 17 Cent pro Liter gesenkt. Das Ergebnis: Im Mai lag der Preis für Super E10 bei durchschnittlich 1,98 Euro, 13 Cent weniger als im April. Bei Diesel war die Entlastung noch deutlicher – minus 27 Cent auf 1,99 Euro pro Liter. Insgesamt hat der Bund rund 1,6 Milliarden Euro mobilisiert, um Autofahrer zu entlasten. Doch laut Ifo-Institut ist nur ein Teil davon tatsächlich bei den Verbrauchern angekommen. Die Mineralölkonzerne haben offenbar einen ordentlichen Schluck aus der Staatskasse mitgetrunken.

Wer profitiert wirklich?

Das Ifo-Institut kommt zu einem ernüchternden Ergebnis: Der Tankrabatt ist alles andere als eine zielgenaue Hilfe für einkommensschwache Pendler. Stattdessen profitieren vor allem Vielfahrer und Besitzer von Spritschluckern. Die niedrigeren Preise setzen zudem falsche Anreize – trotz tatsächlicher Ölknappheit haben Autofahrer weniger Grund zum Spritsparen.

Aus ökologischer Sicht ist das ein Desaster, aus sozialer Perspektive kaum besser. Der Mineralölverband Fuels und Energie widerspricht der Kritik. Ein Sprecher betonte gegenüber der Rheinischen Post, die Tankstellen hätten die Steuersenkung „in voller Höhe“ weitergegeben. Die Zahlen des Ifo-Instituts erzählen jedoch eine andere Geschichte.

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