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ChatGPT-Update: Chat und Codex werden eins und das ist der Haken

Umbau bei OpenAI
Unsplash Umbau bei OpenAI
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OpenAI testet ein gemeinsames Nutzererlebnis für Chat und Work in ChatGPT. Der Haken: Ein geteiltes Kontingent für ChatGPT und Codex kommt gleich mit.

OpenAI verschmilzt zwei bislang getrennte Welten: Die Tabs Chat und Work wandern in ChatGPT künftig unter eine gemeinsame Oberfläche. Demnach startet der Test zunächst mit einer kleinen Gruppe von Nutzer:innen, bevor die Funktion breiter ausgerollt wird.

Hinter der Vereinheitlichung steckt mehr als Komfort: Sie bündelt auch das Nutzungskontingent von ChatGPT und Codex, was für Vielnutzer:innen spürbare Folgen haben könnte.

Eine Oberfläche für alles

Das neue Nutzererlebnis soll Ideenfindung und Umsetzung in einem einzigen Workflow zusammenführen. Nutzer:innen können demnach Dateien und Plugins einbinden und ChatGPT direkt beauftragen, eine Website zu bauen, eine Präsentation zu erstellen oder Aufgaben im Web zu erledigen. Die Kontrolle bleibt demnach erhalten: Jeder Arbeitsschritt lässt sich überprüfen und steuern, bevor er final übernommen wird. Codex, OpenAIs Tool für Softwareentwicklung, bleibt davon unberührt und existiert in der Desktop-App weiterhin als eigenständiger Bereich.

Die Idee folgt einem klaren Muster der Tech-Branche: Fragmentierte Tools werden zu einer zentralen Plattform verschmolzen, um Wechselkosten für Nutzer:innen zu senken. Wer bislang zwischen Chat-Interface und Work-Funktionen hin- und herspringen musste, soll künftig in einem durchgehenden Flow arbeiten. Das klingt nach klassischer Produktlogik, nicht nach Zauberei, aber es ist ein Schritt weg vom reinen Chatbot hin zu einem Arbeitsassistenten mit Ausführungsmacht.

Ein Topf für zwei Tools

Der eigentliche Knackpunkt liegt im Kleingedruckten: ChatGPT und Codex teilen sich künftig ein gemeinsames Nutzungskontingent. OpenAI bereite sich laut eigenen Angaben sorgfältig auf die Umstellung vor, um Störungen der Arbeitsabläufe zu vermeiden. Das Unternehmen gehe davon aus, dass die meisten Nutzer:innen nicht häufiger als bisher auf die Rücksetzung ihres Kontingents warten müssten.

Wie stark ein Vorgang das Kontingent belastet, hänge vom gewählten Modell und der Komplexität der Aufgabe ab, fortgeschrittenere Modelle sollen entsprechend mehr verbrauchen. Eine Ausnahme bleibt bestehen: Die unbegrenzte Nutzung des Modells Instant ist im jeweiligen Plan enthalten und wird nicht auf das Kontingent angerechnet. Über den Menüpunkt Einstellungen und Nutzung soll künftig einsehbar sein, wie viel vom Gesamtkontingent noch zur Verfügung steht und wann die nächste Zurücksetzung erfolgt. Ist das Kontingent aufgebraucht, bleiben demnach drei Optionen: abwarten, den Plan upgraden oder Credits nachkaufen.

Business Punk Check

Eine Oberfläche für Chat und Work zu bauen, ist smarte Produktarchitektur. Aber ein gemeinsames Kontingent für ChatGPT und Codex einzuführen, ist eine stille Rationierung unter dem Deckmantel der Vereinfachung. Wer bisher beide Tools parallel intensiv nutzte, bekommt real weniger Leistung für denselben Preis, auch wenn OpenAI das Gegenteil verspricht.

Man sollte daher vor dem Rollout prüfen, wie stark Entwicklungsteams Codex parallel zu ChatGPT auslasten und die eigene Nutzung gegen das neue Kontingentmodell gegenrechnen, statt dem Versprechen unveränderter Wartezeiten blind zu vertrauen. Early Adopters testen die neue Oberfläche am besten im Kleinen, bevor sie kritische Workflows daran hängen. Wer auf Nummer sicher geht, beobachtet erst, wie sich das gemeinsame Kontingent im eigenen Nutzungsprofil tatsächlich auswirkt.

Auf einen Blick

  • OpenAI testet eine vereinheitlichte Oberfläche, die die Tabs Chat und Work in ChatGPT zusammenführt.
  • Nutzer:innen können künftig Dateien und Plugins einbinden und ChatGPT Aufgaben wie Website-Erstellung oder Präsentationen direkt ausführen lassen.
  • ChatGPT und Codex teilen sich künftig ein gemeinsames Nutzungskontingent, während Codex in der Desktop-App eigenständig bleibt.
  • Die unbegrenzte Nutzung von Instant ist weiterhin im Plan enthalten und wird nicht auf das Kontingent angerechnet.

Quellen: „ChatGPT“, KI-unterstützt

Portrait Uli Weißgerber

Uli Weißgerber

Seit über 25 Jahren verbindet er Medien, Marketing und Technologie. Von Sport1.de über ProSiebenSat.1 und Bertelsmann bis zur Entwicklung innovativer Geschäftsmodelle. Mit getperformance revolutionierte er das TV-Tracking und brachte Marken wie Trivago ins Fernsehen. Als Unternehmer entwickelte er mit seinem Team den VIPS – Value & Impact Publishing Service und bespielt damit unter anderem digitale Plattformen wie Promipool, Buzzfeed.de und Business-Punk.com.