let's techle it · China

Der neue China-Trend: Sind KI-Avatare von Verstorbenen die Zukunft der Trauerbewältigung?

KI-Avatar
Bild von Brigitte Werner auf Pixabay
Erschienen
Lesezeit2 Min · 488 Wörter
Seite1 / 2

Die Chinesinnen und Chinesen haben eine neue Trauerbewältigungs-Strategie: KI-Avatare verbinden traditionelle Rituale mit moderner Technologie. Das Unternehmen „Super Brain“ bietet digitale Trostspender und Trostspenderinnen an, die es ermöglichen, mit Verstorbenen zu interagieren und emotionale Unterstützung zu finden.

In China ist die Nachfrage nach KI-generierten Avataren von Verstorbenen gerade sehr hoch. Haufenweise Firmen bieten diesen Service an, der in China immer beliebter wird. Damit der Avatar erstellt werden kann, braucht es nur ein paar Fotos und Audio- oder Videoaufnahmen der Verstorbenen. Dann können die Hinterbliebenen schon bald Gespräche mit ihrem virtuellen Gegenüber führen.

Die Geschichte von Jonathan Yangs Avatar für seine Großmutter

Jonathan Yang, ein Mann aus Nanjing, der sich mit Technik beschäftigt, hat im September 2023 einen Avatar seines verstorbenen Onkels kreieren lassen. Der Onkel war bei einem Bauunfall ums Leben gekommen. Die Familie befürchtete, dass diese traurige Nachricht die 93-jährige Mutter völlig zerstören würde.

Deshalb hat Yang 1.350 US-Dollar bezahlt, um drei Video-Fake-Anrufe seines verstorbenen Onkels zu organisieren. Dafür hat er „Super Brain“ einige Fotos und Videos seines Onkels geschickt, damit diese einen Avatar basteln können. An drei chinesischen Feiertagen hat dann der vermeintliche Onkel die 93-jährige Mutter per Video angerufen und ihr erzählt, dass er in einer anderen Stadt arbeiten muss und nicht mal zum chinesischen Neujahrsfest nach Hause kommen kann.

Portrait Business Punk Redaktion

Business Punk Redaktion

Hier schreibt die Business-Punk-Redaktion. Mal er, mal sie, mal gar keiner. Ach und kauft unser Heft! Danke.