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EU zieht die Tech-Bremse: Weniger KI-Tempo, härtere Regeln für Social Media

Ursula von der Leyen
Picture-Alliance Ursula von der Leyen
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Auch Elon Musk kritisierte laut TechXplore, neue Technologien dürften nicht grundsätzlich als „default illegal“ gelten, Regulierung bremse den Fortschritt zu stark. Diese Gegenposition trifft auf von der Leyens Argument, wonach Europa gerade durch klare Leitplanken erst die Handlungsfähigkeit gewinne, um bei globalen KI-Sicherheitsstandards mitzureden statt nur zuzusehen. Für die Kommissionschefin gilt dabei ausdrücklich: KI solle unterstützen, nicht Menschen ersetzen.

Kinderschutz als zweite Front

Neben der KI-Bremse kündigte von der Leyen ein Social-Media-Verbot für Kinder unter 13 Jahren an, wie BILD berichtete. Zwischen 13 und 15 Jahren sollen nur elterlich eingerichtete Konten mit Zeitbeschränkung erlaubt sein, für 15- bis 18-Jährige soll sicheres Plattformdesign verpflichtend werden. Details will die Kommission separat vorstellen.

Von der Leyen begründete den Schritt damit, Kinder bräuchten Zeit, sich selbst zu finden und stellte klar, es gehe nicht darum, ob Minderjährige Zugang zu sozialen Medien hätten, sondern wann und wie Plattformen Zugang zu Kindern erhielten. Der Macht von Big Tech stellte sie ihre eigene Haltung entgegen: Man müsse keine Funktionen hinnehmen, die süchtig machen.

Business Punk Check

Von der Leyen versucht den Spagat, Europas KI-Ambitionen mit Sicherheitsrhetorik zu verbinden, während US-Konzerne unter Trump aufs Tempo drücken und eine Industriekoalition aus Airbus, ASML und Co. den AI Act selbst als Bremsklotz sieht.

Damit steht die Kommission zwischen zwei Fronten: geopolitischer Aufholdruck versus regulatorische Vorsicht. Ob Einladungen an Frontier-Labore mehr sind als eine symbolische Geste, bleibt offen. Ohne verlässlichen Zugriff auf die stärksten Sicherheitsmodelle der US-Konzerne dürfte Europas Verhandlungsmacht begrenzt sein.

Auf einen Blick

  • Ursula von der Leyen widersprach Donald Trump in ihrer Rede zur Lage der Union und plädierte für eine langsamere Entwicklung von Frontier-KI-Modellen.
  • Die EU-Kommissionschefin kündigte an, große KI-Labore zu Gesprächen einzuladen und mit Kanada sowie dem Vereinigten Königreich bei Sicherheitsstandards zu kooperieren.
  • Der AI Act soll als globales Instrument für KI-Sicherheitsstandards positioniert werden, während eine Industriekoalition aus Airbus, ASML und weiteren Unternehmen eine Aussetzung einzelner Pflichten fordert.
  • Von der Leyen kündigte zudem ein Social-Media-Verbot für Kinder unter 13 Jahren sowie eingeschränkte Accounts für 13- bis 15-Jährige an.

Quellen: T3N, The Decoder, Bild, Al Jazeera, Techxplore, The Decoder, KI-unterstützt

Martin Wald

Tech & Security

Martin Wald analysiert die Schnittstelle zwischen Geld, Macht und Alltag. Seine Themen reichen von Rente, Sozialstaat und Gesundheit bis zu Wirtschaft, Märkten und technologischen Umbrüchen. Er zerlegt politische Entscheidungen, Urteile und Trends auf ihre ökonomischen Folgen und macht sichtbar, wer gewinnt, wer verliert und wo Risiken liegen. Der Blick ist pragmatisch, pointiert und nutzenorientiert. Keine Wohlfühltexte, sondern Einordnung für Menschen, die verstehen wollen, wie Systeme funktionieren und was das für ihre Entscheidungen bedeutet.