Finance & Freedom Renten-Realität: 2.330 Euro – und jeder Fünfte armutsgefährdet

Renten-Realität: 2.330 Euro – und jeder Fünfte armutsgefährdet

13,6 Millionen Ruheständler in Deutschland leben von durchschnittlich 2.330 Euro monatlich. Fast jeder Fünfte gilt als armutsgefährdet. Die Vermögensschere zwischen Ost und West klafft weiter auseinander.

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Ein Leben lang gearbeitet, Steuern gezahlt, in die Rentenkasse eingezahlt – und am Ende bleiben 2.330 Euro im Monat. Das ist die finanzielle Realität für Ruheständler-Haushalte in Deutschland.

Neue Daten von Destatis zeigen: 13,6 Millionen Menschen ab 65 Jahren leben von diesem Median-Einkommen. Die Hälfte hat mehr, die andere Hälfte weniger. Doch hinter diesen nüchternen Zahlen verbirgt sich eine unbequeme Wahrheit: Fast jeder fünfte Senior ist armutsgefährdet – und die Unterschiede zwischen Ost und West sind größer, als es die Politik wahrhaben will.

Ost-West-Gefälle: Mehr als nur 80 Euro Unterschied

Im Osten liegt das mittlere Haushaltsnettoeinkommen bei 2.270 Euro, im Westen bei 2.350 Euro. Nur 80 Euro Differenz? Klingt nach Angleichung, ist aber eine statistische Täuschung.

Denn die eigentliche Kluft zeigt sich beim Vermögen: Westdeutsche Rentner beziehen vier Prozent ihres Einkommens aus Kapitalerträgen und Mieteinnahmen, im Osten ist es gerade mal ein Prozent. Übersetzt: Wer im Westen lebt, hat häufiger Immobilien, Aktien oder andere Vermögenswerte, die zusätzliches Geld abwerfen. Im Osten fehlt diese Absicherung fast komplett. 96 Prozent des Einkommens stammen dort direkt aus Renten und Pensionen – eine gefährliche Abhängigkeit von einem einzigen Einkommensstrom.

Die Vermögenslüge: 220.000 Euro klingen gut – sind aber ungleich verteilt

Rentner-Haushalte zwischen 65 und 74 Jahren verfügen im Median über 220.000 Euro Nettovermögen, bei den über 75-Jährigen sind es noch 172.500 Euro. Diese Zahlen suggerieren finanzielle Sicherheit. Doch auch hier gilt: Der Median verschleiert die Realität.

Während einige auf abbezahlten Immobilien sitzen und von Kapitalerträgen profitieren, besitzen andere nichts außer ihrer Rente. Besonders brisant: 61 Prozent der Westrentner wohnen im Eigentum, im Osten nur 44 Prozent. Wer zur Miete wohnt und von 2.270 Euro leben muss, spürt jede Mieterhöhung existenziell.

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